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Planungshinweise und Checklisten für Projektvorbereitung und Durchführung der Regenwassernutzung

Anlagen zur Regenwassernutzung müssen bestimmten Mindestanforderungen genügen um ihren zuverlässigen und hygienisch einwandfreien Betrieb zu ermöglichen. Auf der Basis der seit April 2002 gültigen DIN 1989-1 ist folgendes zu berücksichtigen:

 

Checkliste für die Projektvorbereitung

  • Anschließbare Ertragsflächen, Speicherstandort und Anschlusshöhen prüfen (Es sind alle Auffangflächen (Dachflächen) für Regenwasser geeignet, die keine zusätzliche Belastung für das Ablaufwasser nach sich ziehen. Nicht geeignet ist Dachablaufwasser von Bitumendächern zum Wäschewaschen - eine Gelbfärbung des Wassers ist nicht auszuschließen -, von Gründächern wegen des hohen Anteils ausgespülter organischer Substanz sowie von asbesthaltigen Dachbedeckungen
  • Regenertrag, Bedarfsmenge und Speichergröße ermitteln
  • Finanzierungshilfen, öffentliche Zuschüsse durch Bundesland oder Kommune abfragen
  • Festlegungen/ Bedingungen durch Bebauungsplan oder örtliche Satzung abfragen
  • Anlagensystem (Filter/Speicher/Pumpe/Trinkwassernachspeisung) wählen (Zweckmäßig sind Speicher aus einem Stück, Probleme hat es in der Vergangenheit mit Undichtigkeiten von Betonzisternen gegeben, bei denen die Ringe nicht sorgfältig abgedichtet waren)
  • Vorschriften und Möglichkeiten des Speicherüberlaufs prüfen (Versickern, Einleiten in ein Fließgewässer, Anschließen an Misch- oder Trennkanal
  • Notwendigkeit einer Zählereinrichtung und Rückstaudichtung prüfen
  • Bei Außenspeichern maximalen Grundwasserstand und Antriebssicherung, Befahrbarkeit und Stabilität gegen Erddruck beachten
  • Bei Anschluss von begrünten Dachflächen auf mögliche Färbung des Wassers hinweisen
  • Anerkannte Regeln der Technik (z. B. DIN 1989) beachten
  • Mitteilungspflicht an Wasserversorger und Gesundheitsamt beachten
 Checkliste für die Projektdurchführung  
  • Bei Zählereinbau für Abwassergebühr Gartenwasserleitung vorher abzweigen
  • Bei Saugpumpe ständig ansteigende Zuleitung verlegen
  • Bei Bedarf eines Druckausgleichsgefäßes durchströmten Behälter wählen
  • Bei Montage der Druckerhöhungsanlage Maßnahmen zum Schallschutz treffen
  • Bei Gewerbe- und öffentlichen Gebäuden Reservepumpen vorsehen
  • Bei Trinkwassernachspeisung durch kurze Leitung Stagnation vermeiden
  • Tageslichteinfall auf das Regenwasser durch geeignetes Speicher- und Leitungsmaterial vermeiden (Diese Forderung lässt sich am besten durch eine Lagerung in Beton- oder Kunststoffzisternen im Erdreich realisieren. Der Keller ist weniger gut geeignet.)
  • Speicherzulauf und –entnahme so ausführen, dass Sediment vom Speicherboden nicht aufgewirbelt wird (beruhigter Zulauf in die Zisterne mit großem Durchmesser)
  • Filter nur im Speicherzulauf, nicht im Regenwassernetz einbauen (Filter hinter der Druckerhöhungsanlage sind unnötig)
  • Alle Entnahmestellen und Regenwasserleitungen "Kein Trinkwasser",  im Boden verlegte Leitungen mit Warnband versehen)
  • Regenwasserverteilleitungen dürfen keine Verbindung bzw. Verbindungsmöglichkeit zum Trinkwassernetz haben
  • Die Ableitung des Regenwassers muss auch bei Störungen in der Regenwasser-Nutzungsanlage gesichert sein.

  • Das Regenwasser muss vor der Speicherung durch selbstreinigende Filter geleitet werden. Geeignet sind wartungsarme Filtersammler im Fallrohr bzw. Wirbelfeinfilter. Nicht bewährt haben sich Kiesfilter und Filtertöpfe, bei denen sich ein Biofilm bilden kann.
  • Der Speicher sollte nicht zu groß bemessen sein, um das regelmäßige Überlaufen der Zisterne zu gewährleisten. Mit dem Überlaufen werden bei geeigneter Überlaufkonstruktion auch die schwimmenden Teile ausgeschwemmt.
  • Der Speicherüberlauf muss gegen Rückfluss aus der Kanalisation und gegen eindringende Kleinlebewesen, Nagetiere usw. geschützt sein. Ein Geruchsverschluss vermeidet das Eindringen von Gasen aus der Kanalisation in die Zisterne. Besser ist es jedoch, wenn man das überlaufende Wasser versickern lassen kann.
  • Die Abdeckung des Speichers muss dicht gegen Sickerwasser sein.
  • Das Regenwasser sollte möglichst weit oberhalb der Sohle des Speicher entnommen werden. Gut bewährt haben sich schwimmende Entnahmeleitungen.
  • Für die Hauswasserstation (Druckerhöhungsanlage) bewähren sich nur Aggregate in hochwertiger, korrosionsfester Ausführung mit Schutz gegen Wassermangel. Geeignet sind mehrstufige Kreiselpumpen bzw. Tauchpumpen im Tank.
  • Eine automatische Anlagensteuerung zur Trinkwassernachspeisung mit freiem Auslauf ist vorgeschrieben
  • Die Anlagensteuerung muss rechtzeitig die Trinkwassernachspeisung aktivieren und die Pumpe vor Trockenlauf schützen.
  • Nur die Verwendung von dauerhaft korrosionsbeständigen und langlebigen Materialien sichert eine lange, störungsarme Betriebszeit.
  • Stellen Sie einen »› Wartungs- und Inspektionsplan auf

Als zusätzliche Maßnahmen empfehlen wir

Werden diese Mindestanforderungen eingehalten bzw. berücksichtigt, dann
  • lässt sich das Regenwasser über längere Zeit ohne Qualitätseinbußen speichern,
  • steht das Regenwasser bei der Entnahme in bestmöglicher Qualität zur Verfügung,
  • sind die wesentlichen Voraussetzungen für einen störungsfreien Betrieb geschaffen,
  • ist die Regenwassernutzung ein Beitrag zum Umweltschutz mit vertretbarem Aufwand im Hinblick auf eine sinnvolle Material- und Energieverwendung (Ökobilanz).
 

© by f.nowotka | zuletzt geändert am: 03.11.2008 | 6396 x gelesen


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