Einbringen einer Sperrschicht gegen kapillar aufsteigendes Wasser von unten (Horizontalsperre)
Folgende Verfahren kommen zur Anwendung:
- abschnittsweises Durchsägen (Schlitzen) der Wand und Einbringen einer Dichtungsbahn aus Kunststoff (Mauersägeverfahren), bitumenkaschierter Metallfolie oder Bitumenpappe, anwendbar bei fast jedem Mauerwerk mit unterschiedlichem Aufwand (350 - 500 EUR/m2 Wandquerschnitt)
- abschnittsweises Aufstemmen bzw. Austausch von Mauerwerk und Einbringen einer Dichtungsbahn aus Kunststoff (Maueraustauschverfahren), bitumenkaschierter Metallfolie oder Bitumenpappe (400 - 800 EUR/m2)
- Einpressen bzw. Einschlagen von nicht rostenden Edelstahlplatten in die Mauerwerksfuge (Werkstoffe je nach Analyse der Mauerwerksubstanz, Chromstahl, Chrom-Nickelstahl, Chrom-Nickel-Molybdänstahl); Voraussetzung ist eine durchgehende Lagerfuge, 200 bis 400 EUR/m2
- Bohrlochtränk- oder Injektionsverfahren≡Injektionsverfahren≡
Das Injektionsverfahren, auch Bohrlochtränkverfahren genannt, ist ein Verfahren zur nachträglichen Einbringung oder Reparatur von Horizontalsperren in Mauerwerk zur Verhinderung von austeigendem Wasser. Dazu werden in die Wand mit geringem Abstand von 6 bis 15 cm Löcher gebohrt, in die anschließend eine wasserunlösliche Substanz eingebracht wird. Diese muss sich, um die Funktion zu erfüllen, in der gesamten Wandbreite verteilen und wasserunlöslich aushärten. Diese so genannte Injektion kann mit Druck und drucklos erfolgen. Alternativ zu diesem Trockenlegungsverfahren kann das sicherere Eintreiben von Edelstahlplatten gewählt werden. Eine Ergänzung der Horizontalsperrung durch eine Vertikalsperrung gegen drückendes Wasser oder Spritzwasser ist zu empfehlen.
: in geringem Abstand (10 bis 15 cm) und in der Höhe versetzt werden Löcher in die Wand gebohrt, über die mauerwerksdichtende Stoffe, teilweise mit Druck, eingefüllt werden. Dadurch werden die Poren und Kanäle saugfähiger Stoffe wie Ziegelsteine verschlossen. Es entsteht eine Barriere gegen aufsteigende Nässe. Als Füllstoff kommen verschiedene chemische Substanzen zur Anwendung. Mischungen von Silikaten und Silikonen≡Silikon≡
Silikon ist ein dauerelastisches Dichtungsmaterial mit guter Wärme- und Wasserbeständigkeit. Silikondichtringe werden z.B. in Abgsasystemen eingesetzt. Schüttfähige Dämmstoffe aus Perlite erhalten eine Umhüllung aus Silikonen, um deren Feuchtebeständigkeit zu sichern., die eine Wasser abweisende Wirkung haben und die kapillare Saugfähigkeit des Materials aufheben, setzen die Saugfähigkeit des Wandmaterials (Ziegelsteine), also meist einen bestimmte Vortrocknungsgrad, voraus. Andere Substanzen sind z.B. Paraffin (setzt ein trockenes Mauerwerk voraus, hohe Temperatur) oder Wasserglas (Verkieselung, Probleme bei einer möglichen Rissbildung). Größere Hohlräume können durch mehrkomponentige Kunststoffe ausgefüllt werden. Mit dem Injektionsverfahren sind nur bei sorgfältiger Ausführung und bei Anwendung dauerhaft elastischer Injektionsmaterialien befriedigende Wirkungen zu erwarten. Die Mauerwerksfeuchtigkeit darf nicht über 50 % liegen. Die Wirkungsdauer wird mit einem Zeitraum von mindestens 15 Jahren angesetzt. Die Kosten liegen bei etwa 150 - 250 EUR/m2 Wandfläche.
Die Verfahren nach Punkt 1 bis 3 sind in der Anwendung grundsätzlich sehr aufwändig und und bei der Anwendung laut. Sie sind bei sachgerechter Durchführung aber sicher und langfristig wirksam. Die Standfestigkeit des Mauerwerks kann bei diesen Verfahren beeinträchtigt werden - eine gewissenhafte Beurteilung der statische Situation ist erforderlich, in komplizierten Fällen kann auch ein statischer Nachweis sinnvoll sein (Schadensfall). Das Verfahren nach Punkt 4. ist weniger aufwändig und die Standfestigkeit wird nicht beeinträchtigt. Allerdings ist das Verfahren nicht immer sicher anwendbar.
Andere Verfahren werden teilweise mit großen Worten angepriesen, erfüllen aber oft nicht die Erwartungen (nicht empfehlenswert!):- Beschichtungen von außen oder innen, z.B. mit Wasserglas, erzielen lediglich eine Wasser abweisende Wirkung und sind bei vertikal aufsteigender Nässe aus dem Erdreich wirkungslos. Sie treiben die Feuchtigkeit und das Schadensbild nur noch höher; das gilt auch für das Anbringen von Wasserdampf sperrenden Spaltplatten oder Fliesen im Spritzwasserbereich.
- Die Mauerwerksbelüftung hat sich bei alleiniger Anwendung als wirkungslos erwiesen. Sie kann jedoch als Begleitmaßnahme für Maßnahmen nach Punkt 1. notwendig sein.
- Elektrophysikalische bzw. elektroosmotische Verfahren sind Verfahren mit sehr umstrittenen Erfolgsaussichten. Ein Teil der Verfahren beruht auf der Überlegung, dass Wassermoleküle durch elektrische oder magnetische Felder in ihrer kapillaren Aufwärtsbewegung gestoppt bzw. zur Umkehr bewegt werden können. Dazu sind jedoch sehr starke Feldkräfte erforderlich, die durch die angebotenen Technologien gar nicht erreicht werden können. Bei osmotischen Verfahren unterscheidet man die aktive Elektroosmose (Mauerelektroden, Spannung≡Spannung≡
Die elektrische Spannung - häufig auch als Stromspannung bezeichnet - gibt die Ladungsdifferenz zwischen zwei Polen (Minuspol und Pluspol) an. Die Höhe der Spannung wird in Volt (V) angegeben. Das Formelzeichen ist U. Man unterscheidet Gleichspannung (Batterie, Betriebspannung im Computer, Solarstrommodul) und Wechselspannung (Steckdose, Dynamo). 3 -50 Volt≡Volt≡
Ein Volt ist die Maßeinheit für die elektrische Spannung und hat das Formelzeichen V. Ein Volt misst man über einem Widerstand von einem Ohm, durch den ein Strom von einem Ampere fließt.) und passive Verfahren (ein elektrisches Feld wird durch galvanischen Abbau der Elektroden erzeugt). Bei osmotische Verfahren ist ein möglicher Erfolg wahrscheinlich sehr stark abhängig von den vorgefundenen Bedingungen. Durchfeuchtungen, die die Folge einer defekten Vertikalsperrung≡Vertikalsperrung≡
Die Vertikalsperrung ist bei im Erdreich stehenden Grundmauern bzw. Kellerwänden eine wichtige Maßnahme zur Verhinderung von Durchfeuchtung und Salzeintrag. Die Vertikalsperrung ergänzt die Horizontalsperrung und ist dabei eine wichtige Maßnahme der Mauerwerkstrockenlegung. sind, können mit dem Verfahren nicht beseitigt werden. Ebenso wirkungslos ist das Verfahren bei starken Einflüssen von Eisenträgern o.ä. auf den Feldaufbau. Besonders problematisch scheinen Verfahren, die auf Funkwellen beruhen bzw. elektrophysikalische Strahlenverfahren. In der Vergangenheit wurden einige völlig unwirksame Geräte für viel Geld verkauft. Skepsis ist also angebracht. - Bei einer so genannten thermischen Horizontalsperre (die keine Sperre ist!)werden Heizungsrohre horizontal ungedämmt in das feuchte Mauerwerk eingebracht. Es erfolgt sozusagen ein Trockenheizen des Schadens. Die übliche Argumentation geht von einer mit der Trocknung verbundenen Verringerung der Wärmeleitung≡Wärmeleitung≡
Jeder Stoff leitet Wärme mehr oder weniger gut in Abhängigkeit von der Struktur und der Dichte. Die Weiterleitung beruht darauf, das Wärme die atomare Struktur eines Stoffes in Schwingungen versetzt, die von Atom zu Atom weitergegeben werden. des Steines aus, wodurch die Energieverluste rasch abnehmen würden. Jedoch hat auch ein trockener Stein eine meist schlechte Wärmedämmung≡Wärmedämmung≡
Eine Wärmedämmung mindert den Wärmestrom von der warmen zur kälteren Seite eines Bauteiles. Dazu werden Stoffe mit einer geringen Wärmeleitfähigkeit (Wärmedämmstoff) als Schicht zwischen Warm und Kalt eingebracht. Eine sehr gute Wärmedämmung wird mit einem Vakuum erzielt (Thermoskanne). Auch ruhende Luft dämmt den Wärmefluss sehr gut. Um eine hohe Wärmedämmwirkung zu erzielen, dürfen Wärmedämmstoff(e) nicht durchströmt werden und eine bestimmte Einbaudicke nicht unterschreiten., die Energieverluste sind nach wie vor erheblich. Die thermische Horizontalsperre kann eine Alternative zu den üblichen Verfahren darstellen, wenn andere Verfahren aus bautechnischer Sicht nicht anwendbar sind, z.B. im Denkmalschutz. Allerdings ist mit hohen Heizkosten≡Heizkosten≡
Zu den Heizkosten im Sinne der Heizkostenabrechnung gehören die Kosten der verbrauchten Brennstoffe und ihrer Lieferung, die Kosten für den Betriebsstrom, die Kosten für Bedienung, Überwachung und Pflege der Anlage, der regelmäßigen Wartung (Prüfung der Betriebbereitschaft, Einstellungen), die Kosten für den Schornsteinfeger sowie die Kosten für die Verbrauchserfassung sowie für die dafür erforderlichen Gerate.
Zu den Heizkosten im Sinne der Betrachtung der entstehenden Kostenbelastung für den Eigentümer einer Heizungsanlage im eigenen Haus gehören neben den Verbrauchskosten (verbrauchsgebundene Kosten) und den Betriebskosten (betriebsgebundene Kosten) auch die Kapitalkosten (kapitalgebundene Kosten) für die Anschaffung und Instandhaltung der Technik dazu. zu rechnen. Vorsicht ist angebracht bei feuchten Lehmwänden oder mit Lehm versetzten Wänden, deren Austrocknung zu schwer wiegenden Rissbildungen führen kann.












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