Das Passivhaus≡Passivhaus≡
Hausbauweise, bei der durch sehr gute Wärmedämmung und die Kombination verschiedener technischer Maßnahmen der Wärmebedarf unter 15 kWh pro m² und Jahr liegt. Zum Vergleich: Im Gebäudebestand (2005) liegt der Durchschnittswert des Wärmebedarfes bei mehr als dem zehnfachen des Bedarfes von Passivhäusern. Bezogen auf die gültige Energieeinsparverordnung (EnEV) liegt der Bedarf des Passivhauses bei weniger als 20 %. Die Bauweise von Passivhäusern wird von entsprechend geübten Architekten und Ausführenden beherrscht und führt lediglich zu Mehrkosten bis zu 15 %. Es gibt keinen sachlichen Grund einen Neubau nicht als Passivhaus auzuführen. ist eine konsequente Weiterentwicklung des Niedrigenergiehauses. Der Energiebedarf sinkt jedoch in allen Bereichen.
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| Quelle: Passivhaus-Institut |
Ein Passivhaus und seine Bewohner verbrauchen also sehr wenig Energie≡Energie≡
Energie ist die Fähigkeit eines Energieträgers eine physikalische Arbeit zu verrichten. Sie kann die Wohnung oder Wasser erwärmen, Licht erzeugen, einen Motor drehen, einen Zug bewegen usw.. Angegeben wird die Energiemenge in kWh oder Joule.. Der noch verbleibende Energiebedarf für die "Heizung" erreicht gerade einmal die Größenordnung wie der von Haushaltstrom (2000 bis 3000 kWh≡kWh≡
Eine kiloWattstunde = 1000 Wh (Wattstunde) = 3,6 MJ (MegaJoule) = 860 kcal. die kWh ist eine gebräuchliche Einheit für die Energie- oder Wärmemenge. Eine kWh Wärme entspricht der gleichen Energiemenge wie eine kWh Strom, allerdings in einer anderen Energieform. Wird Strom in Wärme umgewandelt, z. B. in einem Tauchsieder, wird aus einer kWh Strom genau eine kWh Wärme. Aus einer kWh Wärme kann man jedoch technisch gesehen gerade 0,3 kWh Strom erzeugen.).
Im Jahre 2000 waren in Deutschland etwa 600 Passivhäuser errichtet. Die Bewohner dieser Häuser berichten über höheren Wohnkomfort und verbesserte Behaglichkeit≡Behaglichkeit≡
Die Behaglichkeit ist ein sehr wichtiges Planungskriterium. Für die empfundene (thermische) Behaglichkeit sind mehrere Faktoren, u. a. die Oberflächentemperatur der Raumumschließungsflächen, die Lufttemperatur, die Luftfeuchtigkeit und die Luftbewegung (Strömungsgeschwindigkeit) ausschlaggebend..
Der Begriff Passivhaus selbst hat damit zu tun, dass eine leistungsstarke, aktive Heizungsanlage wegen der extrem geringen Wärmeverluste nicht erforderlich ist. Es reicht die Wärme aus den Quellen
- Mensch,
- Abwärme≡Abwärme≡
Abwärme entsteht bei der Umwandlung von Energie, z.B. durch den Stoffwechsel im Menschen, bei elektrischen Geräten oder bei der Stromerzeugung (Kühltürme). Um den Wirkungsgrad zu verbessern und Wärme nicht ungenutzt in die Umwelt abzugeben ist es möglich und ratsam Abwärme zu nutzen bzw. zurückzugewinnen (Wärmerückgewinnung). In sehr gut gedämmten Häusern spielt die Abwärme, z.B. von elektrischen Geräten, eine so große Rolle, dass sie einen erheblichen Beitrag zur Deckung der Heizlast leistet. elektrischer Geräte, - Abluft≡Abluft≡
Die Abluft ist die aus einem Raum oder einer Wohnung abströmende bzw. über ein Abluftventil abgesaugte Luftmenge (verbrauchte Luft). Im Gegensatz zur Zuluft hat die Abluft im Winter eine erhöhte Temperatur, weshalb es energetisch interessant ist, die Wärmemenge von der Luft zu trennen und der kalten Zuluft oder einer Luft-Wasser-Wärmepumpe zur weiteren Nutzung zuführen. Auch die Luft, die mit einer Küchenabzugshaube abgesaugt wird stellt Abluft dar. Diese ist jedoch mit zahlreichen Fettpartikeln behaftet. und - Sonneneinstrahlung.
Eine eventuell noch erforderliche Nachheizung an besonders ungünstigen Tagen oder bei entsprechendem Bedarf (Krankheit, Alter, niedriger Blutdruck u.a.) kann durch ein elektrisches Heizregister oder eine Kleinstwärmepumpe erreicht werden. Meist wird die Zusatzwärme in die Zuluft≡Zuluft≡
Mit Zuluft bezeichnet man in der Lüftungstechnik die einem Raum oder einer Wohnung zuströmende Frischluft. Die gleiche Luftmenge muss zur selben Zeit abströmen (Abluft). Die erforderliche Zuluftmenge und ihre Eigenschaften ergeben sich aus den Anforderungen an eine hygienische Luftqualität. Durch den Luftwechsel entsteht in der kalten Jahreszeit ein Lüftungswärmeverlust. aus der Lüftungsanlage eingespeist. Eine Grundidee der Passivhausprojektierung besteht darin, Zusatzwärme mit einem möglichst geringen Aufwand an Technik zu realisieren. Der Begriff Passivhaus ist daher nicht ganz exakt, denn im Kern ist auch diese, wenn auch geringe, Zuheizung eine aktive Heizung.
Ein Passivhaus verdient die Bezeichnung, wenn der
- Wärmebedarf≡Wärmebedarf≡
Der Wärmebedarf ist jene Nettowärmemenge in kWh, die zur Beheizung eines Raumes bzw. eines Gebäudes oder/und zur Warmwasserbereitung benötigt wird. Der Wärmebedarf ergibt sich aus dem Produkt der Heizlast und der Zeitdauer der Beheizung. Der Wärmebedarf für die Raumheizung setzt sich aus dem Transmissionswärmebedarf und dem Lüftungswärmebedarf zusammen. für die Raumheizung maximal 15 kWh pro m² und Jahr
beträgt.
Die Erfahrungen aus der Planung, Errichtung und Nutzung von Passivhäusern besagen, das diese Obergrenze mit den heute zur Verfügung stehenden Bauteilen, Bau- und Dämmstoffen sowie den Bautechnologien relativ einfach zu unterschreiten ist.
Eine Oberflächentemperatur≡Oberflächentemperatur≡
Die Oberflächentemperatur eines Bauteiles, z. B. eines Wandabschnittes oder einer Verglasung, ist vor allem abhängig von der innenseitigen Raumlufttemperatur, der Außentemperatur und dem Wärmedurchgangskoeffizienten (U-Wert) des Bauteils. Eine weitere Einflussgröße ist der Wärmeübergangswiderstand beider Oberflächen zum angrenzenden Medium. Die Höhe der Oberflächentemperatur auf der Innenseite des Bauteils ist von erheblicher Bedeutung - einerseits wegen des Einflusses auf die empfundene Behaglichkeit, andererseits wegen einer möglichen Tauwasserausscheidung. Für das Wachstum der Schimmelpilze ist sogar nur die Erhöhung der relativen Raumluftfeuchtigkeit durch das Absenken Lufttemperatur unmittelbar über kühleren Oberflächen maßgebend. Ziel jeder bautechnischen Planung muss das Erreichnen einer hohen, möglichst nahe der Raumlufttemperatur liegenden Oberflächentemperatur sein. Das Ziel wird erreicht durch sehr gute und wärmebrückenfreie Wärmedämmung der Außenbauteile. der Raumumschließungsflächen (Wände, Boden, Decke, Fenster), die nahe der Raumlufttemperatur liegt, ist Grundvoraussetzung für angenehme Behaglichkeit (siehe auch »› Wichtigste Voraussetzung für Behaglichkeit: Ausgewogenheit von Raumluft- und Wandtemperatur). Diese Voraussetzung ist durch die sehr gute Wärmedämmung≡Wärmedämmung≡
Eine Wärmedämmung mindert den Wärmestrom von der warmen zur kälteren Seite eines Bauteiles. Dazu werden Stoffe mit einer geringen Wärmeleitfähigkeit (Wärmedämmstoff) als Schicht zwischen Warm und Kalt eingebracht. Eine sehr gute Wärmedämmung wird mit einem Vakuum erzielt (Thermoskanne). Auch ruhende Luft dämmt den Wärmefluss sehr gut. Um eine hohe Wärmedämmwirkung zu erzielen, dürfen Wärmedämmstoff(e) nicht durchströmt werden und eine bestimmte Einbaudicke nicht unterschreiten. der Bauteile eines Passivhauses gegeben. Die Bewohner fühlen sich wohl. Damit wird der Beweis angetreten, dass ein sehr geringer Wärmebedarf ohne Komfort- bzw. Behaglichkeitseinschränkungen möglich ist.
Passivhäuser stellen eine bedeutende Möglichkeit dar die Umweltbelastung durch Energieverbrauch drastisch einzuschränken.
An Mehrkosten gegenüber einem nach EnergieEinsparVerordnung gebauten Hauses werden nach Informationen des Passivhaus-Institut-Darmstadt zur Zeit mit etwa 8 bis 13 Tausend EURO erforderlich. Die höheren Aufwendungen werden jedoch z.T. durch ◊Fördermittel wieder aufgefangen.
Bitte beachten Sie ein Passivhaus-Projektierungs-Paket des Passivhaus-Institutes.
»› Die Prinzipien eines Passivhauses
»› Lüftungstechnik












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