Der hydraulische Abgleich hat das Ziel, jedem Heizkörper die zur notwendigen Wärmeabgabe erforderliche Heizwassermenge bereitzustellen. Sicher zu stellen ist dabei eine weitgehende Unabhängigkeit von den Verhältnissen in anderen Heizkörpern und Verteilleitungen bzw. dem wechselnden Bedarf der Nutzer.
Das Problem: Fließgeräusche, hoher Pumpenstromverbrauch, Heizkörper werden nicht richtig warm...
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| Abbildung Energieagentur NRW |
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| Quelle: Impulsprogramm Hessen |
Dem Nutzer einer Zentralheizungsanlage ist nicht zuzumuten, dass Heizkörper nicht warm werden, weil in anderen Räumen oder Wohnungen eine hohe Wärmeabnahme erfolgt.
Leider ist eine vergleichbare Reaktion bei den Heizungsbauern keine Seltenheit. Werden Heizkörper weit ab von der Pumpe nicht richtig warm, erhöhen sie die Leistung≡Leistung≡
Die Leistung ist die pro Zeiteinheit umgesetzte oder verbrauchte Energiemenge (Wärme oder Strom). Die Einheit der Leistung ist das Watt (Kurzzeichen W, 1000 W = 1 kW - ein kiloWatt). Die in Anspruch genommene oder abgegebene Leistung ergibt sich, indem die verbrauchte Energiemenge (angegeben in kWh) durch die Zeit (in Stunden h) dividiert wird. Ein Heizgerät mit einer Leistung von 2 kW (Heizkörper, Elektrokonvektor o.ä.) verbraucht bei ununterbrochenem Betrieb in einer Stunde 2 kWh Wärme ab und verbraucht dabei auch 2 kWh Energie. der Pumpe oder bauen gar eine andere Pumpe mit höherer Förderleistung ein. Die Folge: die ersten Heizkörper werden stärker durchströmt als notwendig, die Geräuschkulisse nimmt beträchtlich zu, die Ventile arbeiten nicht mehr richtig und der Stromverbrauch (müssen Sie auch bezahlen!) steigt auf bedenkliche Höhen.
Also, bestehen Sie bei einer neuen Anlage oder der Modernisierung einer Altanlage auf dem hydraulischen Abgleich. Dieser Abgleich wird übrigens in der verbindlichen VOB (Verdingungsordnung für Bauleistungen) DIN 18380 verlangt. Wird er nicht durchgeführt, wirkt sich dies, wenn Sie Mieter sind, auch nachteilig auf Ihre Heizkostenabrechnung≡Heizkostenabrechnung≡
Eine Heizkostenabrechnung erhalten Mieter bzw. Wohnungseigentümer auf der Grundlage der Heizkostenverordnung, wenn die Wohnanlage mit einer zentralen Heizungsanlage ausgestattet ist. Nach der Heizkostenverordnung ist der Vermieter bzw. Betreiber der Heizanlage verpflichtet, dem Mieter bzw. Eigentümer spätestens ein Jahr nach dem Ende der Abrechnungsperiode eine nachvollziehbare Abrechnung der umlagefähigen Betriebskosten vorzulegen. aus. Also fordern Sie den Vermieter zur Abstellung dieses Mangels der Mietsache auf. Ziel ist es hydraulische Verhältnisse zu schaffen, bei denen alle Heizkörper gleichmäßig durchströmt werden und sich überall die gleiche mittlere Temperatur einstellt.
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| Abbildung: Energieagentur NRW |
Voraussetzung für einen ordentlichen hydraulischen Abgleich ist ein richtig dimensioniertes Rohrnetz, eine optimal dimensionierte Pumpe, die richtige Auswahl von voreinstellbaren Thermostatventilen≡Thermostatventil≡
Das Thermostatventil ist ein Heizkörperventil zur automatischen Konstanthaltung einer am Ventil voreinstellbaren Raumtemperatur. Im Inneren der Ventilkappe befindet sich ein Dehnstoff, der sich abhängig von der Umgebungstemperatur (Raumtemperatur) ausdeht oder zusammenzieht und dabei den Ventilstößel bewegt. Der sich bewegende Stößel führt zum Öffnen oder Verschließen des Spaltes, der eine mehr oder weniger große Menge Heizwasser für den Heizkörper freigibt. Thermostatventile gehören zur Pflichtausstattung von Heizungsanlagen. und/oder absperrbaren Rücklaufverschraubungen.
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Bei einer Reduzierung des Heizwasserdurchflusses um 50% verringert sich die Wärmeleistung der Heizkörper lediglich um 20 %. Bei ausreichend dimensionierten Heizkörpern kommt man also mit einem geringen Heizmittelstrom aus. Abbildung: Energieagentur NRW |
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Die Reduzierung des Heizmittelstromes um 50% verringert die erforderliche Pumpenleistung auf etwa 15%. Ein optimaler Abgleich aller Parameter führt letztlich zu einer erheblichen Einsparung an Elektroenergie. Abbildung: Energieagentur NRW |
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Der Einsatz eines voreinstellbaren Thermostatventils kann für einen hydraulischen Abgleich notwendig sein. Mit dem Schlüssel wird der Wasserdurchsatz eines jeden Heizkörpers einreguliert. Quelle: Impulsprogramm Hessen |
| Strangregulierventile für die hydraulische Anpassung größerer Heizkreise≡Heizkreis≡ Als Heizkreis bezeichnet man ein in sich geschlossenes, meist separat regelbares System der Wärmeverteilung, z. B. für einen Gebäudeabschnitt, einen Raum oder einzelne Raumzonen. Heizkreise werden gebildet aus den angeschlossenen Heizkörpern, den dazugehörigen Ventilen, den Rohrleitungen für Vor- und Rücklauf, eventuell einer Heizkreispumpe (Umwälzpumpe) und eventuell einem Heizungsmischer. Heizkreise gehen häufig von einem so genannten Heizkreisverteiler ab. Der Wärmeverbrauch eines Heizkreises kann durch einem Wärmemengenzähler erfasst werden. (Mehrfamilienhäuser) |
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Bei größeren Anlagen ist auch der Einbau von Strangregulierventilen erforderlich. Eine Anlage ist dann gut abgestimmt, wenn
- bei offenen Thermostatventilen alle Heizkörper gleich warm werden,
- zwischen Vor- und Rücklauf≡Rücklauf≡
Mit Rücklauf bezeichnet man die Rohrleitung in einem Heizkreis, in dem das abgekühlte Heizungswasser vom Heizkörper weggehend zum Heizkessel zurück fließt. In Solaranlagen ist der Rücklauf die Rohrleitung vom Wärmetauscher des Speichers zum Solarkollektor in Strömungsrichtung der Solarflüssigkeit. jeweils die gleiche Temperaturdifferenz von ca. 10 °C bis 20 °C gemessen wird (Handprobe), - die Wärmeabgabe der verschiedenen Heizkörper sich nicht gegenseitig beeinflusst (außer bei Einrohrheizungen≡Einrohrheizung≡
Bei einer Einrohrheizung sind die einzelnen Heizkörper in Reihe miteinander verbunden. Der Rücklauf des ersten Heizkörpers wird dabei zum Vorlauf des zweiten Heizkörpers, dessen Rücklauf wiederum zum Vorlauf des dritten wird, usw. usf.. Die Vorlauftemperatur ist demnach bei jedem folgenden Heizkörper geringer, was eine entsprechende Dimensionierung der Heizkörpergröße erfordert. Damit ein abgesperrter Heizkörper nicht zu einem Durchlussstopp führt, müssen spezielle Kurzschlussstrecken (Bypass) und Zweiwegeventile eingesetzt werden. Wegen der stetigen Abnahme der Temperatur in einem Strang, kann nur ein begrenzte Zahl von Heizkörpern in einem Heizkreis angeordnet werden.) und - in allen Stellungen des Thermostatventils kaum Fließgeräusche zu hören sind (außer mit dem Stethoskop...).
Wird eine Anlage optimal abgeglichen, ist es erstaunlich mit welch geringer Leistung eine Umwälzpumpe≡Umwälzpumpe≡
Die Umwälzpumpe ist eine elektrisch angetriebene Pumpe zum Transport von Heizungswasser, Sole- oder Solarflüssigkeit. Der Elektroenergieverbrauch einer Umwälzpumpe ist vor allem deshalb nicht zu unterschätzen, weil sie oft zu groß (Anschlussleistung) dimensioniert wird. Bei modernen Umwälzpumpen (Hocheffizienzpumpen) passt sich das Fördervolumen und damit die elektrische Leistung dem Wärmebedarf an. Voraussetzung für den Einsatz solcher optimierterPumpen ist ein hydraulischer Abgleich. betrieben werden kann, wie gering also der Elektroenergieaufwand ist.
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