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Niedertemperatur-Heizkessel für Öl, Übersicht

Moderne Heizkessel zur Verbrennung von Heizöl haben einen hohen Qualitätsstandard erreicht. Die heute verfügbare Niedertemperatur-Kesseltechnik zeichnet sich durch gute WirkungsgradeWirkungsgrad
Der Wirkungsgrad stellt das Verhältnis von nutzbarer zu aufgewendeter Energie bzw. Arbeit oder Leistung dar. Bei Wärmeerzeugern, die Brennstoffe wie Öl, Gas, Holz oder Kohlen verbrennen, unterscheidet man: Feuerungswirkungsgrad, Normnutzungsgrad, Jahresnutzungsgrad. Bei Wärmepumpen wird der Wirkungsgrad mit der Leistungszahl ausgedrückt.
und niedrigen Schadstoffausstoß aus. Nur die Brennwertheiztechnik erreicht noch höhere NutzungsgradeNutzungsgrad
Mit dem Nutzungsgrad bezeichnet man das Verhältnis zwischen tatsächlich genutzter Wärme (Netto) und dafür eingesetzter Energie, Wärme oder Arbeit (Brutto) . Im Gegensatz zur Bezeichnung Wirkungsgrad ist der Nutzungsgrad um alle auftretenden Verluste bereinigt, wie z.B. den Abgasverlust, Abstrahlungsverlust, Betriebsbereitschaftsverlust. Der Nutzungsgrad bezieht sich auf einen Nutzungszeitraum (z.B. Jahresnutzungsgrad).
.

Nutzungsgrad eines Öl-Heizkessels in Abhängigkeit von der Auslastung, Quelle: Institut für wirtschaftliche Oelheizung (IWO)

Mit Öl-Niedertemperatur-Heizkesseln wird es im Haus genauso warm wie mit einem herkömmlichen Standard-HeizkesselStandard-Heizkessel
Mit Standard-Heizkessel sind Konstanttemperatur-Heizkessel gemeint, die über das Jahr mit einer konstanten Kesselwassertemperatur betrieben werden (müssen). Sie sind in Europa zugelassen (CE-Zeichen), aber für den Neubau wegen ihres schlechten Nutzungsgrades nicht geeignet. Besser geeignet sind Niedertemperatur-Heizkessel, noch besser Brennwert-Heizkessel.
. Die Verluste sind bei diesen seit Anfang der 80er Jahre verfügbaren Kesseln jedoch bedeutend geringer. Ein spezieller Aufbau und eine ausgeklügelte Regelungstechnik ermöglichen eine Betriebsweise, bei der immer nur so viel Wärme bereitgestellt wird, wie gerade benötigt.

Die veralteten, sogenannten Standard- bzw. Konstanttemperaturkessel laufen praktisch das ganze Jahr über mit gleichbleibend hoher KesselwassertemperaturKesselwassertemperatur
Mit Kesselwassertemperatur bezeichnet man die Temperatur des Heizungswassers in einem Heizkessel. Üblicherweise muss die Höhe der Kesselwassertemperatur mindestens dem Wärmebedarf bzw. der Auslegungstemperatur des Heizungssystems entsprechen und darf nach unten die Taupunkttemperatur der Abgase nicht unterschreiten. Bei modernen Heizkesseln mit gleitender Temperaturregelung (z.B. Niedertemperatur-Heizkessel und Brennwert-Heizkessel) darf sich die Kesselwassertemperatur auch dem minimalen Heizwärmebedarf anpassen und die Taupunkttemperatur unterschreiten (bei einem Brennwertheizkessel sogar gewollt).
. Ständig wird eine Temperatur von 70 °C bis 80 °C gehalten, obwohl nur an wenigen Tagen eine solch hohe Heizwassertemperatur benötigt wird. Die Folge: hohe Verluste und ein Energieverbrauch, der weit über dem Notwendigen liegt. Wird mit einem solchen Kessel auch im Sommer warmes Wasser gemacht, ist die unnötige Wärmeabgabe besonders hoch. Insgesamt werden 30 bis 40% der mit dem Brennstoff eingesetzten Wärme statt an das Heizungswasser an den Keller und den Schornstein abgeführt (siehe auch »› Abgasverlust älterer Heizkessel). Der Austausch eines solchen Kessels (Keller immer warm) gegen einen neuen Niedertemperatur-HeizkesselNiedertemperatur-Heizkessel
Mit Niedertemperatur-Heizkessel bezeichnet man einen Heizkessel, der auch im Dauerbetrieb mit einer geringen Eintrittstemperatur des Heizungsrücklaufwassers von 35 bis 40 Grad Celsius betrieben werden kann und in dem es unter bestimmten Umständen zur Kondensation des in den Abgasen enthaltenen Wasserdampfes kommen kann und darf. Der Kessel, der oft auch kurz als NT-Kessel bezeichnet wird, ist für den Betrieb mit sehr niedrigen bzw. für variable Kesselwassertemperaturen in gleitender Betriebsweise geeignet. Der Normnutzungsgrad eines Niedertemperatur-Heizkessel erreicht heute über 90 %. Einen noch besseren Normnuntzungsgrad um 100 % erreichen Brennwertheizgeräte.
bringt Einsparungen von etwa 30 %

Niedertemperatur-Heizkessel können auch mit sehr niedrigen Kesselwassertemperaturen betrieben werden. Sie lassen daher - im Gegensatz zu ihren Vorgängern, den Standard- oder Konstanttemperaturkesseln - eine energiesparende Betriebsweise zu.

Die Bezeichnung Niedertemperatur-Heizkessel ist aus der Funktionsweise der Kessel abgeleitet. Sie arbeitenArbeit
Arbeit im physikalischen Sinne stellt die in einem Vorgang verbrauchte Wärme- bzw. Energiemenge dar. Die physikalische Einheit ist die kiloWattstunde (kWh). Eine Energiemenge von einer kWh wird verbraucht, wenn z.B. ein Heizgerät mit einer Anschlussleistung von 1 kW eine Stunde ununterbrochen in Betrieb ist. 
mit gleitenden Temperaturen des Kesselwassers, je nachdem, wie hoch der WärmebedarfWärmebedarf
Der Wärmebedarf ist jene Nettowärmemenge in kWh, die zur Beheizung eines Raumes bzw. eines Gebäudes oder/und zur Warmwasserbereitung benötigt wird. Der Wärmebedarf ergibt sich aus dem Produkt der Heizlast und der Zeitdauer der Beheizung. Der Wärmebedarf für die Raumheizung setzt sich aus dem Transmissionswärmebedarf und dem Lüftungswärmebedarf zusammen.
ist. Diese energiesparende Betriebsweise war mit Standardheizkesseln bisher nicht möglich. Mit der über das Jahr im Durchschnitt niedrigeren Temperatur des Heizungswassers ist eine deutliche Reduzierung des BetriebsbereitschaftsverlusteBetriebsbereitschaftsverlust
Der Betriebsbereitschaftsverlust ist der Wärmeverlust eines Wärmeerzeugers (z. B. Heizkessel, Therme) oder eines Warmwasserspeichers durch Abkühlung während der Stillstandszeiten, also wenn der Brenner nicht arbeitet, der Kessel bzw. das Speicherwasser aber warm ("in Bereitschaft") ist. Der bei Kesseln auftretende Betriebsbereitschaftsverlust setzt sich zusammen aus dem Abstrahlungsverlust und dem inneren Auskühlverlust. Die Betriebsbereitschaftsverluste verringern sich bei optimal dimensionierten Wärmeerzeugern durch gleitende Betriebsweise (bedarfsgeführte Kesselwassertemperatur), durch Leistungsmodulation, sehr gute Wärmedämmung des Kessels und durch eine raumluftunabhängige Betriebsweise mit einem Luft-Abgas-System.
(s) verbunden. Dazu hat der Kessel spezielle bauliche Voraussetzungen zu erfüllen.

»› Aufbau und Funktion von Öl-Niedertemperatur-Heizkesseln

Die Warmwasserbereitung erfolgt auf sparsame und komfortable Weise mit dem Niedertemperatur-Heizkessel und einem indirekt erwärmten Warmwasserspeicher.

»› Warmwasserbereitung in Anlagen mit Öl-Niedertemperatur-Heizkesseln

Gegenüber Standard-Heizkesseln ergeben sich einige zu beachtende Besonderheiten in der Abgasführung. Besonders charakteristisch ist für den Niedertemperaturkessel die im Durchschnitt niedrigere AbgastemperaturAbgastemperatur
Die Abgastemperatur (tA) ist die Temperatur der heißen Verbrennungsgase (Abgase). Sie ist abhängig vom Brennstoff sowie von der Art der Verbrennung und des Wärmerzeugers. Um eine hohe Energieausnutzung zu erzielen, sollte die Abgastemperatur so niedrig wie möglich sein (konstruktionsabhängig).
. Wegen der möglichen Durchfeuchtung von konventionellen Schornsteinen ergeben sich daher spezielle

»› Anforderungen an die Abgasführung von Öl-Niedertemperatur-Heizkesseln.

In einigen GebäudenGebäude
Gebäude im Sinne der Energieeinsparverordnung sind bauliche Objekte mit mindestens einem eigenen Aufgang und einer Begrenzung des Volumens durch die wärmübertragende Umfassungsfläche.
steht kein ausreichend großer Keller o. ä. für die Aufstellung des Heizkessels mit GebläsebrennerGebläsebrenner
Ein Gebläsebrenner ist eine Einrichtung zur Verbrennung von Ölen oder Gasen in Heizkesseln. Bei einem Gebläsebrenner wird die erforderliche Verbrennungsluft durch ein Gebläse angesaugt und mit Druck unter Beimischung des Brennstoffes (Öl, Gas) in den Brennraum gefördert. Die intensivere Durchmischung von Brennstoff und Luft als bei einem atmosphärischen Brenner führt zu einer optimalen Verbrennung.
zur Verfügung. Eine Alternative stellt ein Öl-Heizkessel mit VerdampfungsbrennerVerdampfungsbrenner
Ein Verdampfungsbrenner ist ein spezieller Öl-Brenner mit atmosphärischer Verbrennung. Er wird z.B. im Öl-Ofen und seltener auch in Heizkesseln eingesetzt. Bei diesem Brennner wird das Heizöl durch die Flammenwärme aus einer Schale verdampft und in der umgebenden Luft verbrennt.
dar, der auch für die Küchenaufstellung zu haben ist.

»› Küchen-Kleinkessel für Öl mit Verdampfungsbrenner

Die Wärmeleistung des Niedertemperatur-Heizkessels sollte nicht größer ausfallen als berechnet, jedoch ist eine geringfügige Überdimensionierung ohne Nachteil. heiz-tipp.de sagt Ihnen, worauf es bei der Planung der Heizungsanlage, Auswahl von Kesseln und der Bauüberwachung außerdem noch ankommt.

»› Wann der Kesseltausch ratsam ist
»› Auswahlkriterien und Planungshinweise

Die wärmeverteilenden Heizflächen müssen für den Einsatz von Niedertemperatur-Heizkesseln geeignet sein. Wegen der im Durchschnitt geringeren Heizwassertemperatur werden auch entsprechend große Heizflächen nötig. In den meisten Modernisierungsfällen sind diese Voraussetzungen gegeben (»› Modernisierung von Heizungsanlagen)

Öl-Brennwertheizkessel zählen selbstverständlich auch zu den Niedertemperatur-Heizkesseln, denn sie arbeiten ebenfalls mit einer gleitenden Regelung der Temperatur des Heizungswassers. Sie stellen eine Weiterentwicklung des Niedertemperaturkessels dar, wobei die Kondensation von Wasserdampf aus den Abgasen sogar erwünscht ist. Zum Kauf und zum Einsatz von Öl-Brennwerttechnik gehört jedoch noch etwas Mut und Risikobereitschaft, gilt die Technik doch als noch nicht ausgereift und zu teuer. Informieren Sie sich dazu umfassend im Abschnitt Brennwertheiztechnik für Öl...

Fazit: Öl-Niedertemperaturkessel bzw. Brennwertheizkessel mit gleitender Betriebsweise stellen einen bedeutenden Beitrag zur Verlustreduzierung bei der Wärmeerzeugung und WärmeverteilungWärmeverteilung
Benötigte Raumwärme muss nicht nur erzeugt, sondern auch bedarfsgerecht verteilt werden. Am Einfachsten lässt sich diese Aufgabe mittels Plattenheizkörper erfüllen. Man kann ebenso Flächenheizungen, wie eine Fußbodenheizung, eine Wandheizung oder eine Deckenheizung einsetzen oder auch die Randheizleiste nutzen. Je nach System wird für die Wärmeverteilung Heizungswasser als Wärmeträger unterschiedlicher Temperatur benötigt. Niedrigtemperierte Verteilungsysteme haben Vorteile bei der Nutzung von Wärmeerzeugern, die bei tiefen Temperaturen höchste Nutzungsgrade erzielen (Wärmepumpe, Solar, Brennwerttechnik)
dar. Der Ersatz eines älteren Konstanttemperatur-HeizkesselsKonstanttemperatur-Heizkessel
Der Konstanttemperatur-Heizkessel wird auch Standard-Heizkessel genannt und ist ein veralteter Heizkesseltyp, der bis etwa 1980 in Deutschland hergestellt wurde. In Europa werden sie noch hergestellt und sind zugelassen (CE-Zeichen). Zur Verhinderung von Korrosion am Kesselkörper infolge Taupunktunterschreitung (Abgase enthalten Wasserdampf) wird der Kesseltyp mit konstant hoher Kesselwassertemperatur (70 bis 90°C) betrieben. Und zwar unabhängig davon, ob mehr oder weniger Heizwärmebedarf anliegt. Dadurch entsteht ein sehr hoher Abstrahlungs- und Betriebsbereitschaftsverlust. Die Regelung der Vorlauftemperatur wird durch einen nachgeschalteten Heizungsmischer realisiert. Der Jahresnutzungsgrad liegt häufig unter 50 %. Der Austausch solcher Kessel gegen moderne Brennwertheizkessel ist in der Regel sehr wirtschaftlich und amortisiert sich rasch.
ist eine vorrangige Aufgabe, die vor einer Wärmedämmmaßnahme und vor dem Einbau von SolarkollektorenSolarkollektor
Der Solar- oder Sonnenkollektor ist wichtigster Bestandteil einer Solarwärmeanlage zur Warmwasserbereitung, Heizungsunterstützung oder Lufterwärmung. Der Solarkollektor nimmt direkte und diffuse Solarstrahlung auf und wandelt sie mit dem im Inneren des Kollektors befindlichen Absorber in nutzbare Wärme (Warmwasser, Warmluft) um. Man unterscheidet hauptsächlich den Flachkollektor und den Vakuumröhrenkollektor.
liegen sollte.

Fördermittel

© by f.nowotka | zuletzt geändert am: 15.03.2005 | 11583 x gelesen


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