Folgende Erscheinungen erfordern Maßnahmen zur Verbesserung der Schornsteinfunktion (hinweisende Daten finden Sie auf Ihrem Schornsteinfegerprotokoll≡Schornsteinfegerprotokoll≡
Ein Schornsteinfegerprotokoll (oder Abgasprotokoll) erhält man einmal jährlich vom Schonsteinfeger für die Messungen an einem Gas-, Öl- oder Festbrennstoffkessel. Die Daten geben Auskunft über die Güte der Verbrennung und über mögliche Verbesserungen. Geregelt ist die Messung des Abgasverlustes in der Kleinfeuerungsanlagenverordnung. Konkrete Tätigkeiten regeln die Bundesländer in der Kehr- und Überprüfungsordnung. Die Gebühren dafür sind in der Kehr- und Überprüfungsgebührenordnung festgelegt.):
- dauerhaft zu geringer Schornsteinzug
- dauerhaft zu hoher Schornsteinzug
- dauerhaft zu niedrige Abgastemperaturen≡Abgastemperatur≡
Die Abgastemperatur (tA) ist die Temperatur der heißen Verbrennungsgase (Abgase). Sie ist abhängig vom Brennstoff sowie von der Art der Verbrennung und des Wärmerzeugers. Um eine hohe Energieausnutzung zu erzielen, sollte die Abgastemperatur so niedrig wie möglich sein (konstruktionsabhängig). - dauerhaft zu hohe Abgastemperaturen
- Durchfeuchtungen und Versottungen≡Versottung≡
Die Versottung (Schornsteinversottung) ist ein Vorgang, der bei rascher Abkühlung heißer Abgase an der Innenseite von Schornsteinen beginnt. Neben dem Wasserdampf der Abgase können auch nicht vollständig verbrannte Inhaltstoffe der Abgase kondensieren, was sich zunächst als feuchter, öliger Film niederschlägt. Ist der Schornstein nicht feuchteunempfindlich (z.B. einfache Ziegelschornsteine) können die Kondensatprodukte durch die Schornsteinwandung bis zur Außenseite wandern und zeigen sich dort als gelblich-braune Flecken mit einen üblen Geruch. Bei schwefelhaltigen Brennstoffen (Kohlen, Heizöl) kommt es zur Bildung von Schwefeldioxid, das mit dem Wasserdampf zu schwefeliger Säure kondensiert und in der Folge den Kalk im Mörtel zu Gips umbaut.
Ein zu geringer Schornsteinzug kann bei einem vorhandenen Schornstein neben zu geringer Höhe und zu großem Querschnitt des Schornsteins auch auf eine zu rasche Abkühlung der Abgase zurückzuführen sein. Die rasche Abkühlung wird oft durch ein verringertes Abgasvolumen, verbunden mit einer Reduzierung der Abgastemperatur nach einem Kesseltausch, verursacht. Die Abkühlung der Abgase kann durch folgende nachträgliche Maßnahmen gemildert werden:
- Umbelegung von einem Schornsteinzug mit zu großem Querschnitt zu einem - bisher nicht gebrauchten - kleineren Schornsteinzug
- Das Verbindungsstück zwischen Kessel und Schornstein sollte, wenn möglich, verkürzt und/oder wärmegedämmt werden. Durch Mineralwolledämmschalen wird die Abkühlung der Rauchgase reduziert und der Zug verbessert.
- Stehen Teile eines gewöhnlichen Schornsteines in unbeheizten Räumen (z. B. Dachgeschoss), sind diese Abschnitte gegen den Wärmeverlust durch nicht brennbare mineralische Dämmstoffe zu schützen.
- Der Schornsteinkopf≡Schornsteinkopf≡
Der Schornsteinkopf ist der aus der Dachkonstruktion herausragender Teil des Schornsteins. Er ist besonderen Beanspruchungen durch große Temperaturunterschiede und starker Bewitterung ausgesetzt. Die minimale Höhe des Schonsteinkopfes (Mündungshöhe über der Dachhaut) ist nach den Feuerungsverordnungen der Bundeländer vorgeschrieben. ist gegen hohe Wärmeverluste und den Wind- und Wetterangriff durch zusätzliche Wärmedämmung≡Wärmedämmung≡
Eine Wärmedämmung mindert den Wärmestrom von der warmen zur kälteren Seite eines Bauteiles. Dazu werden Stoffe mit einer geringen Wärmeleitfähigkeit (Wärmedämmstoff) als Schicht zwischen Warm und Kalt eingebracht. Eine sehr gute Wärmedämmung wird mit einem Vakuum erzielt (Thermoskanne). Auch ruhende Luft dämmt den Wärmefluss sehr gut. Um eine hohe Wärmedämmwirkung zu erzielen, dürfen Wärmedämmstoff(e) nicht durchströmt werden und eine bestimmte Einbaudicke nicht unterschreiten. und eine wetterfeste Verkleidung zu schützen.
Ein zu hoher Schornsteinzug kann durch den »› Einbau einer Nebenluftklappe (Schornsteinzugbegrenzer) in das Verbindungsstück oder die Schornsteinwange verringert werden.
Durchfeuchtungen werden verursacht durch eine zu niedrige Abgastemperatur bzw. rasche Abkühlung der Abgase im Schornstein und nachfolgende Kondensation von Wasserdampf an der Innenseite des Schornsteins. Versottungen entstehen, wenn die Durchfeuchtungen im Beisein von Schwefeldioxid (Verbrennung von Kohlen und Heizöl) auftreten. Durchfeuchtungen bzw. Versottungen sind immer ein Hinweis auf zu niedrige Abgastemperaturen für den Schornstein bzw. einzelne Abschnitte desselben.
Durchfeuchtungen lassen sich mindern durch eine Kombination der Maßnahmen zur Erhöhung der Abgastemperatur oder/und durch den Einbau einer Nebenluftklappe. Sie kann in den Brennerstillstandspausen für eine innere Austrocknung des Schornsteines sorgen.
siehe auch
»› Sanierung, Übersicht











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