Der Wasserdampfgehalt der Luft ist auf der einen und der anderen Seite eines Bauteiles meist unterschiedlich hoch (vor allem im Winter). Durch den physikalischen Antrieb, den Konzentrationsunterschied auszugleichen, wandern die Wasserdampfmoleküle durch das Bauteil (z.B. eine Außenwand) von der Seite mit höherer Konzentration zur Seite mit geringerer Konzentration. Im Winter vollzieht sich dieser Vorgang also in der Regel von innen nach außen.
Abhängig von der Größe der materialabhängigen Diffusionswiderstandszahl und der Schichtdicke (beide Größen bilden den Dampfdiffusionswiderstand≡Dampfdiffusionswiderstand≡
Der Dampfdiffusionswiderstand ist ein vom Material und der Schichtdicke eines Bauteiles abhängiger Widerstand, der dem Wasserdampf beim Durchtritt durch diese Bauteilschicht entgegen wirkt. Die Höhe des Dampfdiffusionswiderstandes ergibt sich aus der dimsionslosen Dampfdiffusionswiderstandszahl µ, multipliziert mit der Schichtdicke des Baustoffes. Der Ergebniseert entspricht der äquivalenten Luftschichtdicke. Konstruktionen mit einem hohen Dampfdiffusionswiderstand führen zu einem langsameren Konzentrationsausgleich (Feuchteausgleich) und haben daher schlechtere Trocknungseigenschaften.), erfolgt der Konzentrationsausgleich langsamer oder schneller.
Je kleiner die Dampfdiffusionswiderstandszahl µ ist, um so weniger Widerstand≡Widerstand≡
- der dem Fluss der Ladungsträger (Strom) innerhalb eines Bauelementes oder eines Kabels entgegenwirkt: elektrischer Widerstand (der elektrische Widerstand von einem Ohm begrenzt den Stromfluss einer angelegten Spannungsquelle von einem Volt auf die Stromstärke von einem Ampere.
- der dem ungehinderten Wärmeabfluss entgegenwirkt (Transmissionswärmeverlust): Wärmedurchgangswiderstand
- der den Wärmeübergang von einem zum anderen Medium begrenzt: Wärmeübergangswiderstand wird dem Wasserdampf entgegengesetzt (bezogen auf gleiche Bauteildicken). Allerdings ist die Größe der Widerstandszahl µ abhängig vom Feuchtegehalt≡Feuchtegehalt≡
Der Feuchtegehalt (Wassergehalt) eines Baustoffes ist abhängig vom Material, der Struktur, der Temperatur und der den Baustoff umgebenden Luftfeuchtigkeit. Er kann auf das Trockengewicht (massebezogen) oder auf das Volumen (volumenbezogen, Vol%) des Baustoffes bezogen werden. In der Praxis stellt sich unter üblichen Umgebungsbedingungen die Bilanzfeuchte oder Gleichgewichtsfeuchte ein. des Baustoffes. Sie wird für trockene Bedingungen (rel. Luftfeuchte < 50%) angegeben, was jedoch in vielen Anwendungsfällen nicht praxisgerecht ist.
Die der Innenraumluft durch Diffusion≡Diffusion≡
Die Diffusion ist das Bestreben von Ladungsträgern, Molekülen oder Teilchen sich gleichmäßig in einem Medium zu verteilen, um unterschiedliche Konzentrationen auszugleichen. Die Wasserdampfdiffusion spielt in der Bauphysik eine wichtige Rolle, die Sauerstoffdiffusion ist ein in der Heizungstechnik unerwünschter Vorgang. entzogene Wasserdampfmenge ist demnach - bei sonst gleichen Bedingungen - abhängig vom Diffusionswiderstand≡Diffusionswiderstand≡
Für Baustoffe wird der Diffusionswiderstand, genauer der Dampfdiffusionswiderstand, angegeben. der für die bauliche Hülle eingesetzten Baumaterialien. Bei mehrschichtigem Aufbau von Bauteilen (z.B. angebrachte Außenwandämmung) sollte der Dampfdiffusionswiderstand der Schichten von innen nach außen abnehmen, um eine Tauwasseranreicherung zu vermeiden. Bei unklarem Verhalten ist eine Berechnung der Tauwasserausscheidung und Trocknung nach zugelassenen Methoden sinnvoll.
Einen quantitativ höheren Stellenwert als die Wasserdampfdiffusion≡Wasserdampfdiffusion≡
Die Wasserdampfdiffusion ist der Vorgang, bei dem ein Konzentrationsunterschied von Wasserdampfmolekülen in verschiedenen Schichten der Luft oder eines Bauteiles ausgeglichen wird. Je nach Größe des materialabhängigen Dampfdiffusionswiderstandes erfolgt der Konzentrationsausgleich langsamer oder schneller. Um die Diffusion zu bremsen oder gar zu unterdrücken, kann eine Dampfbremse bzw. Dampfsperre eingesetzt werden. nehmen in diesem Zusammhang normalerweise Lüftungsvorgänge ein.
Um die Diffusion zu bremsen oder zu unterdrücken (z.B. zur Verhinderung der Durchfeuchtung von Dämmschichten) kann eine Dampfbremse≡Dampfbremse≡
Die Dampfbremse kann durch eine spezielle Folie oder ein beschichtetes Papier gebildet werden. Die Dampfbremse hat in einer wärmegedämmten Konstruktion die Aufgabe, die Anzahl der in die Wärmedämmschicht durch Diffusion eindringenden Wasserdampfmoleküle zu begrenzen. Gleichzeitig hat sie den Luftaustausch von der warmen Seite (Wohnraum) zur kalten Seite zu unterbinden (Herstellung der Luftdichtheit). Ziel ist bei beiden Aufgaben, eine Kondensation von Wasserdampf in der Bauteilschicht mit nachfolgenden Feuchteschäden zu verhindern. Die Dampfbremse ist immer auf der warmen Seite einer wärmegedämmten Konstruktion (Raumseite) lückenlos und luftdicht zu verlegen. Die Dampfbremse darf weder mit den Materialien für das Unterdach (Unterspannbahn), noch mit einer so genannten Dampfsperre verwechselt werden. bzw. Dampfsperre≡Dampfsperre≡
Eine Dampfsperre ist eine praktisch wasserdampfundurchlässige Schicht aus Kunststoff- bzw. Aluminiumfolie o. ä. Materialien (Glas). Sie hat (wenn bewusst eingesetzt) die Aufgabe, sowohl die Diffusion von Wasserdampfmolekülen als auch den Lufttransport von der warmen Seite (Innenraum) zur kalten Seite der Konstruktion gänzlich zu verhindern. Eine Dampfsperre muss daher wie eine Dampfbremse auf der warmen Seite sorgfältig, d. h. lückenlos und luftdicht verlegt werden. eingesetzt werden.
Fehler die bei der Planung und Ausführung von Dampfbremsen gemacht werden wirken sich meist geringer aus, als Mängel beim luftdichten Einbau von Bau- und Dämmstoffen.












Ratgeber:
Poroton ist eine Markenbezeichnung, die Steine gehören zu den Leichthochlochziegeln (LHZ). Die Hohlkammern der Steine werden, um eine sehr niedrige Wärmeleitfähigkeit zu erzielen, heute z.B. mit Perliten verfüllt. Man erreicht so ein Lambda von ≤ 0,08 W/mK. Wände von knapp 50 cm Stärke erzielen einen U-Wert von 0,18 W/m²K, mit denen das Passivhausniveau erreicht werden kann.
Die Mineralfaser wird aus einer Steinschmelze gewonnenen. Dazu werden verschiedene Gesteinsarten (Feldspat, Kalkstein, Diabas, Dolomit, Basalt u.a.) und teilweise auch Altglas geschmolzen, geschleudert und dabei zerfasert (ähnlich der Zuckerwatteherstellung). Als verfilztes Material (Mineralwolle, Steinwolle) stellt die Mineralfaser einen guten Wärmedämmstoff dar. Die Mineralfaser werden dazu je nach Anwendung unterschiedlich stark gebunden, überwiegend mit Phenol-Formaldehyd-Harzen (Bakelit) und teilweise mit hydrophob(en) Mitteln behandelt. Mineralfasermatten eignen sich für die Dachwärmedämmung und die Außenwanddämmung, aber auch für die Trittschalldämmung.