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Ratgeber-Info, Luftschadstoffe, Übersicht

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Luftschadstoffe in Innenräumen nehmen durch verringerten Luftwechsel zu

Fühlen Sie sich im Freien besser als zu Hause?

Rund 15 % der Weltbevölkerung leiden unter allergischen Beschwerden. Alle 10 bis 15 Jahre wird eine Verdopplung der Fälle festgestellt. Bei Allergien handelt es sind um Überreaktionen des Körpers auf bestimmte Substanzen, die auch Allergene genannt werden. Sie können über die Atemwege, über den Verdauungstrakt oder über die Haut in den Körper gelangen.

Für die Zunahme allergischer Reaktionen wird oft vereinfachend die äußere Umweltverschmutzung verantwortlich gemacht. Doch Tatsache ist, dass in der Raumluft vor allem flüchtige Stoffe aus Farben, Holzschutzmitteln, Textilien oder Möbeln sowie Pollen, Hausstaub, Milbenteile, Tierhaare u.v.a.m. enthalten sind. Viele Belastungen sind also hausgemacht und vermeidbar.

Forscher und Sachverständige sind heute davon überzeugt, dass eine Reihe von Gesundheitsstörungen und allergischen Reaktionen auf Inhaltsstoffe der Raumluft, mikrobielle Ursachen und Schimmelpilzgifte zurückzuführen sind bzw. sie verstärken. Sie wurden als Auslöser bis dato offenbar unterschätzt. Interessant ist auch, dass Studien über Allergiehäufigkeiten in den alten und neuen Bundesländern die These von der generellen Ursache Umweltverschmutzung relativieren. In westdeutschen Wohnungen wurde durch den Einbau von dichten Fenstern und Zentralheizungen die Luftwechselrate (optimale Luftwechselrate) viel früher reduziert. Damit war auch eher als in ostdeutschen Wohnungen ein für Schimmelpilze vorteilhafteres Klima gegeben.

Für die Belastung der Raumluft mit gasförmigen Schadstoffen kommen u.a. in Frage:

  • Holzschutzmittel (PCP, DDT, Lindan),
  • Lösungsmittel aus Farben, Lacken, Klebstoffen,
  • Konservierungsstoffe (Formaldehyd),
  • Weichmacher, z.B. aus PVC-Fußbodenbelägen und Beschichtungen (Vinyl -Tapeten!), wie Phthalate (DEHP),
  • Flammenschutzmittel in Kunststoffen für Computer und Fernsehgeräte, z.B. bromierte Verbindungen oder Phosphorsäureesther (TCEP),
  • Stabilisatoren in Kunststoffen wie Organozinnverbindungen, DBT,
  • Bestandteile der Abgase aus der Verbrennung z.B. Stickstoffoxide, Kohlenmonoxid (Gasherde, atmosphärische Verbrennung),
  • Stoffwechselprodukte von Schimmelpilzen, z.B. Aflatoxine.

Problemstoffe wie Lösemitteldämpfe, Konservierungsstoffe oder Holzschutzmittel können durch konsequente Nichtanwendung vermieden werden.

Verzichten Sie

  • auf lösungsmittelhaltige Farben und Reinigungsmittel und

  • verwenden sie ausschließlich giftfreie Holzschutz- bzw. Oberflächenbehandlungsmittel.

Überlegen Sie, ob bestimmte Mittel, z.B. Holzschutzmittel, überhaupt benötigt werden. Am besten ist es von vornherein nur Baustoffe einzusetzen, die keine gesundheitliche Risiken durch Emissionen (Ausgasungen, Fasern) mit sich bringen. Einige Firmen bieten für Sanierungsfälle spezielle Folien o.ä. an. Im Falle einer geringfügigen Belastung ist eine solche Einhausung des Schadstoffemittenten sicher möglich (Isoliertapeten und Folien z.B. Fa. Valutect)

Schimmelpilze können problematische Stoffe, zum Teil giftige Substanzen, selbst bilden. Aber auch Schimmelpilzbelastungen können durch geeignete Maßnahmen vermieden werden. Zur Vorbeugung gehört natürlich in erster Linie die Vermeidung des Schimmelpilzwachstums selbst (siehe Schimmelpilz, Vorbeugung). Die wichtigsten Maßnahmen dazu sind getroffen, wenn für einen ausreichenden Luftwechsel (Luftwechselrate) zum Abbau der Luftfeuchtigkeit (optimale Werte) gesorgt wird und kalte Außenwandflächen durch verbesserte Wärmedämmung vermieden werden.

Eine Belastung der Raumluft ergibt sich auch durch Fasern und Stäube (siehe auch Staubgehalt der Luft)

Ausgangspunkte für den Faserabrieb können sein:

  • Teppiche, Gardinen, Möbel usw.,
  • faserbasierte Wärmedämmstoffe wie Mineralwolle, Zellulose, Baumwolle etc., sofern sie nicht wind- und luftdicht eingebaut sind (siehe Wind- und Luftdichtheit, Übersicht),
  • Asbeststäube aus elektrischen Geräten wie Nachtspeicheröfen (Asbest).

Zur Verbesserung der Lufthygiene eignet sich vor allem eine hygieneorientierte mechanische Grundlüftung (siehe Vorteilhafte mechanische Grundlüftung) Durch sie können Geruchs- und Schadstoffe durch Abluftöffnungen in Bad und Küche abgesaugt und über Dach entsorgt werden. Der Frischluftbedarf kann bedarfsabhängig eingestellt werden.

Die Fensterlüftung als bisher praktizierte Art der natürlichen Lüftung funktioniert bei dichten Fenstern in zentralgeheizten Räumen nicht mehr zufriedenstellend (Warum Fensterlüftung nicht mehr zufriedenstellend funktioniert).

Umweltbedingte Erkrankungen zu erkennen ist eine Sache der Umweltmedizin. Auskunft über niedergelassene Ärzte mit dieser Zusatzqualifikation geben die Landesärztekammern. Hinweise geben auch die umweltmedizinischen Beratungsstellen der Gesundheitsämter.

Hinweise zu speziellen Schadstoffen:

Asbest
Radon im Haus?


Datum der letzten Änderung: 02.03.2008 | © by f.nowotka
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