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Ratgeber-Info, Schimmelpilz, Übersicht

Kapitel:: » Lüftung » Grundlagen » Schimmelpilz › Schimmelpilz, Übersicht

Sind unsere Wohnungen zu dicht oder überdämmt?

Seit Mitte der 70er Jahre nahmen Schadensfälle mit Schimmelvorkommen in den alten Bundesländern und kurz nach der Wende in den neuen Ländern drastisch zu. Seit dem steilen Anstieg der Energiepreise scheint sich diese Entwicklung noch zu beschleunigen.

Selbst Bau-Fachleute haben dafür oft nur eine kurze, aber nicht sehr differenzierte Antwort: Die Energiesparmaßnahmen sind Schuld! Oder: Die Wärmedämmung lässt das Haus nicht mehr atmen. Oder: Die Fenster und Türen sind zu dicht. Sollten wir also zurück zur Bauweise aus Großmutters Zeiten? Und: Welche Rolle spielt die Veränderung unserer Lebensweise?



Eines ist sicher: Schimmelpilz(e) an Wänden oder Möbeln sind eine nicht nur unangenehme, sondern auch gesundheitlich bedenkliche Sache. Mieter und Eigentümer probieren - häufig erfolglos - das eine oder andere Mittelchen im Kampf gegen den Schimmel. Zwischen den streitenden Parteien kommt es zu einem wenig hilfreichen, aber an Schuldzuweisungen reichen Nervenkrieg. Und im Schadensfall stehen als Gewinner oft nicht die Betroffenen da.

Auch Gutachten und eine darauf beruhende Rechtsprechung zeigen einen widersprüchlichen Wissensstand. Anders sind mitunter völlig entgegengesetzte Entscheidungen nicht erklärbar. Dabei scheint die Lösung des Problemes so kompliziert eigentlich nicht. Es drängt sich allerdings der Eindruck auf, dass es häufig fehlende Einsicht und mangende Bereitschaft ist, gewohnte Verhaltensweisen zu überdenken und zu ändern. Das Haupthindernis scheint jedoch das mangelhafte Wissen um die Zusammenhänge zu sein, die zum Entstehen von Schimmelpilzen führen.

Etwa 100.000 Schimmelpilzarten soll es geben. Rund 100 Arten sind in geringen Mengen generell in jedem Wohnraum nachzuweisen. Der Mensch hat sich an das natürliche Vorkommen von Schimmelpilzen und deren Sporen gut angepasst. Wenn es aber zu einem massenhaften Auftreten bestimmter Arten kommt können Allergien, Bronchialerkrankungen und andere gesundheitliche Probleme entstehen.

Bei bestimmten Temperaturen, hoher Oberflächenfeuchtigkeit und entsprechendem Nährboden kommt es zu einem raschen Wachstum von Pilzgeflechten. Dabei produzieren einige Arten giftige Stoffwechselprodukte, bilden immer neue Sporen und breiten sich so weiter aus.

Aspergillus niger, Schwarzschimmel unter dem Mikroskop, Quelle: Stiftung Warentest

Der Hauptfaktor des Schimmelwachstums ist immer die Feuchtigkeit - und dabei überwiegend eine zu hohe Raumluftfeuchtigkeit. Eine weitere Grundvoraussetzung für das Wachstum der Pilze ist ein günstiger Nährboden, d.h. eine kohlenstoffhaltige, organische Substanz. Besonders häufig finden wir Pilzgeflechte auf daher auf Oberflächen mit einem hohen Anteil an Zuckereiweißen und Holzbestandteilen. Dazu gehören Rauhfasertapeten. Aber auch Dispersions-, Latex-, Acryl- und Leimfarben sind stark schimmelpilzgefährdet.

Lebensweise und Existenzbedingungen von Schimmelpilzen

Die Ursachen, die zu einem mitunter massenhaften Schimmelpilzen führen sind im Prinzip immer gleich. Die speziellen Gründe herauszufinden - warum es gerade an diesem Ort, in diesem Raum, in dieser Situation zu Schimmel kommt - ist dennoch nicht immer einfach. Eine Checkliste hilft Ihnen, die Ursachen Ihres konkreten Schimmelpilzbefalles aufzuspüren.

Ursachencheck für Schimmelpilz

Neben der Allgemeinhygiene ist es die vom Schimmelpilz ausgehende gesundheitliche Gefahr, die seine Bekämpfung erfordert. Bei einigen Arten ist ein Zusammenhang mit Erkrankungen der Atemwege (Asthma) und dem Auslösen von Allergien bekannt. Neben den Sporen selbst werden giftige Stoffwechselprodukte, z.B. die sogenannten Aflatoxine oder Mycotoxine, dafür verantwortlich gemacht. Bei ihnen wird auch eine krebserregende Wirkung vermutet.

Schimmelpilz und gesundheitliche Beschwerden

Beachten Sie die Hinweise zur Vorbeugung des Schimmelpilzwachstums.

Sollte es dennoch zu Schimmel kommen, greifen Sie nicht gleich zur chemischen Keule. Akuter Befall kann auch mit weit weniger problematischen Hausmitteln beseitigt werden. Lesen Sie dazu:

Erscheinungsbilder (Fotografien) helfen Ihnen im Vergleich die Ursachen "Ihres" Schimmelpilzes zu erkennen.

In diesem Zusammhang ist auf einen im Aussehen schimmelähnlichen Belag hinzuweisen. Der so genannte Fogging-Effekt hat seine Ursache im Ausgasen von leichtflüchtigen Substanzen aus Farben und Beschichtungen. 

Oft macht man für das Auftreten des Schimmelpilzes ausschließlich eine fehlerhafte Lüftung der Bewohner verantwortlich. Eine solch einseitige Schuldzuweisung ist jedoch ungerechtfertigt. Eine Schimmelpilzbelastung ist sowohl auf

  • die Nutzergewohnheiten der Bewohner als auch
  • auf die Beschaffenheit des Gebäudes (Wärmebrücken)

zurückzuführen. Die Gerichte entscheiden dazu jedoch unterschiedlich. Wichtige Urteile aus der Geschichte des Streites zum Thema Schimmelpilz finden Sie hier: Rechtsprechung



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Datum der letzten Änderung: 23.10.2006 | © by f.nowotka
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