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Ratgeber-Info, Dimensionierung

Kapitel:: » Heizung » Wärmeverteilung » Heizkörper › Dimensionierung

Überschlägige Auslegung von Heizkörpern

Ausgangspunkt für die Dimensionierung ist immer die Ermittlung der Heizlast des Raumes. Die Heizlast wird von den baulichen Gegebenheiten (Wärmedämmung der Wände, Fenster und Decken), dem Lüftungswärmebedarf sowie der Temperaturdifferenz zwischen innen und außen bestimmt.

Die zu installierende Gesamtwärmeleistung (Konvektionsleistung plus Wärmstrahlungsleistung) Heizkörper muss der Heizlast des Raumes mindestens entsprechen. Überdimensionierungen, also größere Heizkörper als benötigt, sind dagegen unschädlich. Sie führen nicht zu einem Mehrverbrauch an Heizenergie, im Gegenteil. Durch die damit verbundene Möglichkeit die Heizwassertemperatur abzusenken, verringern sich die Verluste bei der Wärmeerzeugung und Verteilung. Das gilt auch bei einer Aufteilung der benötigten Leistung auf mehrere Heizkörper. Wir empfehlen die Heizleistung des Heizkörpers 1,3- bis 1,5-fach größer zu wählen als es die berechnete Heizlast erfordert.

Die Wärmeleistung eines gegebenen Heizkörpers ist keine Konstante, sondern abhängig von der Anschlussart und vor allem von der Temperatur des Heizungswassers (Oberflächentemperatur des Heizkörpers). Beim Einsatz von Plattenheizkörpern aus dem Baumarkt ist also darauf zu achten, dass die auf der Verpackung angegebene Wärmeleistung sich auf hohe Heizwassertemperaturen (90 °C Vorlauf) bezieht. Bei niedrigeren Heizwassertemperaturen sinkt die Heizleistung ganz erheblich. Verlangen Sie daher ein Datenblatt, woraus hervorgeht, welche Leistung der Heizkörper bei 70 °C, bei 60 ° oder bei 50 °C hat. Farbe und Material des Heizkörpers sind nahezu bedeutungslos. Verwenden Sie allerdings keine metallisch glänzenden Oberflächen, Chrom, Silber- oder Bronzeanstriche.

Bei Neuanlagen mit einem Niedertemperatur-Heizkessel sollte die maximale Vorlauftemperatur - die sogenannte Auslegungstemperatur - keinesfalls größer als 70 °C gewählt werden. Bei den empfehlenswerteren Brennwertheizgeräten sollten die Heizkörper so dimensioniert werden, dass mit einer maximalen Heizwassertemperatur von 60 °C geheizt werden kann. Wegen der gleitenden Betriebsweise beider Kesselarten ergeben sich im Schnitt noch deutlich niedrigere Heizwassertemperaturen.

Heizungsanlagen, die mit niedrigen Heizwasser-Temperaturen betrieben werden können, haben Vorteile. Sie zeichnen sich aus durch
  • die Schaffung verbesserter Behaglichkeit in den beheizten Räumen,
  • eine raschere Regelfähigkeit bei erhöhtem oder abgesenktem Wärmebedarf und
  • geringere Verluste bei der Wärmeerzeugung und Wärmeverteilung.

Bei bestehenden Heizungsanlagen ist zu klären, ob bei gegebenen Heizflächen (Plattenheizkörper, Radiatoren oder Konvektoren) der Einbau eines Niedertemperatur-Heizkessels oder - besser noch - eines Brennwertheizgerätes, also der Betrieb der Heizungsanlage mit abgesenkten Heizwassertemperaturen, überhaupt möglich ist (siehe dazu Sind größere Heizkörper notwendig?).

Eine möglichst exakte Ermittlung der Heizlast der Räume bzw. des Hauses ist empfehlenswert, um Fehldimensionierungen zu vermeiden. Der Rechenweg (DIN EN 12831) ist allerdings aufwendig und wird selbst vom Heizungsinstallateur nur selten durchgeführt. Er verlässt sich meist auf sein geübtes Auge und einige Faustgrößen.

Raumsituation, Raumhöhe 2,60 mFaustgröße, cirka Heizlast pro m2Ergebnis
ungedämmter Ziegel-Altbau, 24 cm, Eckraum, zwei Fenster Raumtemperatur 21 °C, 20 m2160 Watt pro m220 x 160 Watt = 3200 Watt, unter jedes Fenster ein Heizkörper mit 1600 Watt Leistung
ungedämmter Ziegel-Altbau, 24 cm, Eckraum, ein Fenster Raumtemperatur 24 °C (Bad), 8 m2200 Watt pro m28 x 200 Watt = 1600 Watt, ein Heizkörper unter dem Fenster
ungedämmter Ziegel-Altbau, 36 cm, zwei Fenster, eine Außenwand, 21 °C, 20 m2,130 Watt pro m220 x 130 Watt = 2600 Watt, unter jedes Fenster ein Heizkörper mit 1300 Watt
gedämmter Ziegelneubau, 36 cm Leichthochlochziegel (z.B. Poroton) oder Porenbeton (Gas-Beton), Eckraum, zwei Fenster, 21 °C, 20 m2100 Watt pro m220 x 100 Watt = 2000 Watt, unter jedes Fenster ein Heizkörper mit 1000 Watt
gedämmter Ziegelneubau, 36 cm Leichthochlochziegel (z.B. Poroton) oder Porenbeton (Gas-Beton),  eine Außenwand, zwei Fenster, 21 °C, 20 m270 Watt pro m220 x 70 Watt = 1400 Watt, unter jedes Fenster ein Heizkörper von 700 Watt
Niedrigenergiehaus, Werte 30 % unter der gültigen Energieeinspar-Verordnung, je nach Raum30 - 60 Watt pro m2 


Datum der letzten Änderung: 25.11.2007 | © by f.nowotka
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