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Ratgeber-Info, Aufbau, Funktion

Kapitel:: » Heizung » Stromheizung » Nachtstromnutzung » Einzelraumheizung › Aufbau, Funktion

Aufbau und Funktion von Nachtstrom-Speicherheizgeräten

Nachtstrom-Speicherheizgeräte zur dezentralen Aufstellung im Raum haben einen im Grunde einfachen Aufbau. Das Innere eines solchen Gerätes besteht vorwiegend aus keramischen Materialien, meist aus Magnesit. Die Steine mit guten wärmespeichernden Eigenschaften werden in der Nacht aufgeheizt. Dazu dienen mit elektrischem Strom durchflossene Heizdrähte, die in Kanälen der Steine verlegt sind. Der Speicherkern wird so, je nach Wärmebedarf, bis auf 700° Celsius erwärmt. Eine Wärmedämmung umgibt die Steine, wodurch die ungeregelte Wärmeabgabe um etwa 50 % verringert wird. Zur Raumseite hin ist die Wärmedämmung des Heizgerätes meist etwas schwächer ausgeführt, wodurch sich die Vorderseite des Gehäuses stärker erwärmt. Damit wird eine Verbesserung der Wärmabgabe durch Strahlung erreicht. Etwa die Hälfte der gespeicherten Wärme wird insgesamt über die Gehäusewandung unabhängig vom Wärmebedarf abgegeben. Eine sorgfältige Dimensionierung der Heizleistung und die exakte Einstellung der Lade-Regelung ist daher sehr wichtig, um eine Überhitzung der Räume zu vermeiden.

Eine Teilregelung der Wärmeabgabe am Tage ist mit Hilfe eines eingebauten Ventilators möglich. Der Ventilator fördert Raumluft durch Kanäle des Steinspeichers, die sich dabei erwärmt und mit einer Temperatur um 100°C in den Aufstellraum ausgeblasen wird. Der Ventilator ist mit einem Raumthermostat gekoppelt, wodurch eine Raumtemperaturregelung in einem bestimmten Bereich ermöglicht wird. Bei sorgfältiger Dimensionierung und Einstellung ist der individuelle Temperaturwunsch gut realisierbar. Die Raumtemperaturregelung kann selbstverständlich auch mit einer Zeitschaltuhr gekoppelt werden, wodurch ein energiesparender, zeitlich abgestimmter Heizbetrieb möglich wird. In sehr gut gedämmten Gebäuden ist die Möglichkeit einer zeitlich abhängigen Regelung der Raumtemperatur wegen der geringen Wärmeverluste jedoch prinzipiell eingeschränkt. Nachtstrom-Speicherheizgeräte verschlechtern diese Situation weiter, da die Wärmeabgabe nicht völlig eingeschränkt werden kann (Wärmestrahlung über das Gehäuse).

Das Herz moderner Speicherheizgeräte schlägt außerhalb des Gerätes im Elektro-Zählerschrank. Hier arbeitet eine intelligente Elektronik, die die erforderliche Aufladung steuert. Sie schaltet entsprechend der Freigabezeit für den Nachtstrom bzw. Niedertarif die Geräte zu und ab. Moderne Geräte besitzen außerdem einen Aufladeregler, der mit einem Restwärmefühler und einem Außentemperaturfühler gekoppelt ist. Entsprechend dem Bedarf wird der Speicher nur so weit aufgeheizt, wie Wärme am Tag benötigt wird. Während die Außentemperatur die maximal erforderliche Beladung bestimmt, ermittelt der Restwärmefühler vor der Aufheizung, wie viel Wärme im Speicher noch vorhanden ist, also nicht verbraucht wurde.

Fazit: Moderne Geräte der neuesten Generation haben bis auf das Prinzip der Wärmespeicherung kaum noch etwas gemeinsam mit dem Verhalten der kachelofenähnlichen Vorgänger.



Datum der letzten Änderung: 11.03.2003 | © by f.nowotka
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