Anzeige

Ratgeber-Info, Wärmeumgebung

Kapitel:: » Heizung » Behaglichkeit » Grundlagen › Wärmeumgebung

In welcher Wärmeumgebung ist es behaglich?

Wenn Sie wohltuende Wärme empfinden, muss die Ursache selbst keine Wärmequelle sein. Ein solches Gefühl stellt sich auch ein, wenn Sie selbst einfach weniger Wärme abgeben als zuvor - als Sie sich z. B. in einem anderem Raum befanden. Nach den Gesetzen der Physik geht Wärme zwar immer vom wärmeren zum kälteren Körper über, aber was ist, wenn der kältere Körper gar nicht so kalt ist? Vom wärmeren Körper wird ganz einfach weniger Wärme abgestrahlt!

Ein Beispiel: An einem sonnigen Frühlingstag gehen Sie am späten Nachmittag durch die Stadt. Inzwischen ist es schon wieder recht kühl geworden, die Lufttemperatur beträgt nur noch 5 °C. Die Sonneneinstrahlung des Tages hat es allerdings geschafft, die nach Süden und Südwesten liegenden Hauswände etwas zu erwärmen. Die große Speichermasse der Wände hat diese Wärme auch gehalten. Jetzt gehen Sie in einem geringen Abstand an einer solchen Wand vorbei. Sie kennen sicher das Gefühl, das sich dabei einstellt. Es ist, als würde Sie eine unsichtbare Heizung anstrahlen. Auf Ihrer der Wand zugekehrten Haut macht sich wohltuende Wärme bemerkbar. Doch berühren Sie die Wand, werden Sie überrascht sein. Man erwartet eine höhere Temperatur. Die Wand aber ist nicht warm wie ein Kachelofen, im Gegenteil: sie fühlt sich kalt an. Wie ist dieses Phänomen zu erklären?

Eigentlich geht eine Wärmestrahlung von der Haut aus und erwärmt so kühlere Wandflächen.

  • Je kleiner der Temperaturunterschied ist, um so geringer ist auch die Wärmeabstrahlung von der Haut und umgekehrt.

Ist nun eine Wand, z. B. die Südwand, wärmer als eine andere, gibt unser Körper weniger Wärme an diese Wand ab als an die kältere, z. B. die Nordwand. Wird weniger Wärme abgegeben - oder nennen wir es auch Wärme entzogen - hinterlässt dies in unserem Körper ein Wärmegefühl und Behaglichkeit stellt sich ein. Um ein behagliches Wärmeempfinden zu erzielen ist also die Lufttemperatur nicht allein entscheidend.

Vielmehr kommt es darauf an, eine Wärmeumgebung zu schaffen, die dem Körper wenig Wärme entzieht, ohne dabei die Regulation der Körpertemperatur zu behindern. Dies kommt dem Streben nach einer thermischen Balance nahe, d. h. einem Zustand,

  • bei dem sich die körperlichen Empfindungen in einem wohltuenden Gleichgewicht mit der Wärmeumgebung befinden
Dieser Zustand wird individuell verschieden und unter wechselnden Bedingungen erreicht. Es ist daher unsinnig, für die einzelnen Behaglichkeitsbedingungen feststehende Werte festlegen zu wollen. Mal möchte man es etwas wärmer, ein anderes Mal etwas kühler haben. Die nach einem Winterspaziergang zunächst als behaglich empfundene starke Strahlungswärme eines Kaminfeuers kann nach einer halben Stunde schon lästig sein.
  • Thermische Behaglichkeit zu planen heißt Voraussetzungen zu schaffen, die ein Gleichgewicht von Wärmezu- und Abfuhr mit der Umgebung ermöglicht.
  • Das individuelle Empfinden soll durch Veränderung beeinflussbarer Bedingungen (Temperatur, Wärmestrahlung, Luftgeschwindigkeit, Luftfeuchte) dem Bedarf angepasst werden können.
  • Man muss die Möglichkeit haben, sich vorgegebenen Bedingungen mühelos entziehen zu können.

Eine Wärmeumgebung, die diese Anforderung erfüllen kann, hat

  • raumtemperaturwarme Oberflächen,
  • ein flink regulierbares Heizungssystem mit einem hohen Wärmestrahlungsanteil und
  • eine einfache Be- und Entlüftungsanlage

siehe auch

Wichtigste Voraussetzung für Behaglichkeit: Ausgewogenheit von Raumluft- und Wandtemperatur
Wärme muss man regeln und anpassen können
Heizkörper gegen den Kaltluftfall und "Kältestrahlung"
Mechanische Be- und Entlüftungsanlagen ohne Wärmerückgewinnung - Übersicht


Datum der letzten Änderung: 01.12.2002 | © by f.nowotka
News+Tipps kommen von heiz-tipp.de | Die Webadresse für diese News+Tipps ist: http://www.heiz-tipp.de/modules.php?name=DocTree&dtIsBlk=y&dtId=19