Anzeige

Ratgeber-Info, Wasserdampfdiffusion (Baustoffe)

Kapitel:: » Wärmedämmung » Grundlagen » Wärmeschutz › Wasserdampfdiffusion (Baustoffe)

Wasserdampfdiffusion durch Bau- und Dämmstoffe

Für eine sorgfältigen Planung und Ausführung von Bau-Projekten ist die Berücksichtigung der Vorgänge im Zusammenhang mit der Wasserdampfdiffusion von großer Bedeutung. Sie sind jedoch recht kompliziert, wodurch es häufig zu Fehlinterpretationen und in der Folge zu Fehlkonstruktionen kommt.

Der Wasserdampfgehalt der Luft ist auf der einen und der anderen Seite eines Bauteiles meist unterschiedlich hoch (vor allem im Winter). Durch den physikalischen Antrieb, den Konzentrationsunterschied auszugleichen, wandern die Wasserdampfmoleküle durch das Bauteil (z.B. eine Außenwand) von der Seite mit höherer Konzentration zur Seite mit geringerer Konzentration.  Im Winter vollzieht sich dieser Vorgang also in der Regel von innen nach außen.

Abhängig von der Größe der materialabhängigen Diffusionswiderstandszahl und der Schichtdicke (beide Größen bilden den Dampfdiffusionswiderstand), erfolgt der Konzentrationsausgleich langsamer oder schneller.

Dampfdiffusionswiderstandszahl µ verschiedener Materialien, Quelle: Impulsprogramm Hessen

Materialien:
  • LHLz : Leichter Hochlochziegel, Poroton
  • Putz KZM : Kalk-Zement-Mörtel
  • Putz KGM : Kalk-Gips-Mörtel
  • MF-Dämmung : Mineralfaser, Glaswolle
  • EPS-Dämmung : Expandierter Partikelschaum (Schaumpolystyrol)
  • XPS-Dämmung : Extrudiertes Schaumpolystyrol (Styrodur, Perimeterdämmung)

Je kleiner die Dampfdiffusionswiderstandszahl µ ist, um so weniger Widerstand wird dem Wasserdampf entgegengesetzt (bezogen auf gleiche Bauteildicken). Allerdings ist die Größe der Widerstandszahl µ abhängig vom Feuchtegehalt des Baustoffes. Sie wird für  trockene Bedingungen (rel. Luftfeuchte < 50%) angegeben, was jedoch in vielen Anwendungsfällen nicht praxisgerecht ist.

Die der Innenraumluft durch Diffusion entzogene Wasserdampfmenge ist demnach - bei sonst gleichen Bedingungen - abhängig vom Diffusionswiderstand der für die bauliche Hülle eingesetzten Baumaterialien. Bei mehrschichtigem Aufbau von Bauteilen (z.B. angebrachte Außenwandämmung) sollte der Dampfdiffusionswiderstand der Schichten von innen nach außen abnehmen, um eine Tauwasseranreicherung zu vermeiden. Bei unklarem Verhalten ist eine Berechnung der Tauwasserausscheidung und Trocknung nach zugelassenen Methoden sinnvoll.

Einen quantitativ höheren Stellenwert als die Wasserdampfdiffusion nehmen in diesem Zusammhang normalerweise Lüftungsvorgänge ein.

Um die Diffusion zu bremsen oder zu unterdrücken (z.B. zur Verhinderung der Durchfeuchtung von Dämmschichten) kann eine Dampfbremse bzw. Dampfsperre eingesetzt werden.

Fehler die bei der Planung und Ausführung von Dampfbremsen gemacht werden wirken sich meist geringer aus, als Mängel beim luftdichten Einbau von Bau- und Dämmstoffen.



Datum der letzten Änderung: 03.06.2005 | © by f.nowotka
News+Tipps kommen von heiz-tipp.de | Die Webadresse für diese News+Tipps ist: http://www.heiz-tipp.de/modules.php?name=DocTree&dtIsBlk=y&dtId=1046