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Forum: Heizkostenabrechnung

VerfasserThema: Verbrauchsabrechnung 50/50 aber Zähler an Heizleiste dreimal so hoch wie im geheiz. Wohnzimmer
Higgens   geschrieben: 27.05.2013, 17:59   
Hallo, ich habe folgendes Problem, bei uns im Wohnblock (Baujahr 1961) wird über eine Einrohrheizung geheizt und u.a. bei uns im nicht geheizten Schlafzimmer durch einen Verbrauchszähler an der Heizleiste erfasst. Nun weist diese Zähler einen dreimal höheren Wert auf als am Heizkörper im Wohnzimmer (konst. 20,8 Grad). Ist so eine Verbrauchserfassung an der Heizleiste überhaupt zulässig bei 50%tiger Einrechnung in die Heizkosten!? Es gibt bei uns Mieter die sind gegen die Heizkosten vorgegangen und zahlen den Anteil des Heizleistenzählers nicht mehr. Allerdings wird dies leider nicht für alle Mieter angewandt (nur die die dagegen vorgehen!). Wie ist denn nun die Rechtslage!? Habe ich eine Möglichkeit der Abrechnung zu widersprechen, z.B. wegen nicht möglicher Verbrauchsbeeinflussung durch den Mieter!? Habe auch schon die Heizkostenverordnung gelesen aber werde nicht schlau daraus! Vielen Dank im Voraus für sachdienliche Tipps!

Festa   geschrieben: 31.05.2013, 12:38   
Bitte geben Sie genauere Angaben. Ist im Wohnzimmer am Heizkörper ein elektronischer Heizkostenverteiler oder ein Verteiler mit Verdunsterröhrchen angebracht? Hat das Schlafzimmer einen Heizkörper und was ist dort angebracht? Welchen Zähler hat der Badheizkörper? So wie Sie schildern, nehme ich an, dass auf den Fußböden/Wand eine Ringleitung angebracht ist. Ist an dieser Ringleitung im Schlafzimmer ein Zähler?
Nach Beantwortung nehme ich gerne Stellung. Ich bin ein Einrohr-Geschädigter und habe mich sehr intensiv mit dem Thema befasst.
Grüße, Festa

Higgens   geschrieben: 03.06.2013, 22:25   
Alle Heizkörper in der Wohnung haben elektronische Verbrauchszähler und im Schlafzimmer ist zusätzlich an der Ringleitung solch ein elekt. Verbrauchszähler angebracht.
Nach meiner Berechnung macht dieser Zähler knapp 2/3 der verbrauchsabhängigen Einheiten aus!

Fester   geschrieben: 10.06.2013, 10:56   
Alle Heizkörper in der Wohnung und Gemeinschaft müssen die gleichen Heizkostenverteiler an allen Heizkörpern angebracht haben und zwar mittig in der Regel auf 75% Bauhöhe des Heizkörpers. Die Heizkörper sind ja unterschiedlich groß, haben dadurch unterschiedliche Heizleistungen und deshalb wird die auf den elektronischen Heizkostenverteilern angezeigte Verbrauchszahl mit einem bestimmten Faktor multipliziert. Beispiel: Angezeigter Verbrauch 500, bei großem Heizkörper multipliziert z.B. mit 1,5, ergibt die Zahl von 750 und diese 750 sind jetzt Verbrauchseinheiten, bei kleinem Heizkörper die Verbrauchszahl 500 multipliziert mit 0,5 ergibt 250 und das sind jetzt 250 Verbrauchseinheiten.
Manchmal ist der Faktor auch bereits in die Heizkostenverteiler einprogrammiert. In der Heizkostenabrechnung muss bei jedem Heizkörper die Zahl, mit der multipliziert wird, angegeben werden.
Wie Sie schreiben, haben Sie eine Einrohrheizung. Sind die Ringleitungen zugänglich, gibt es noch eine andere Möglichkeit der Verbrauchserfassung. Hier werden an den Ringleitungen Wärmemengenzähler angebracht, aber nicht an der von Ihnen genannten Stelle. Dann entfallen aber die Heizkostenverteiler an den Heizkörpern. Eine Mischung der beiden Systeme geht nicht, da es dadurch zu Mehrfachzählungen kommen würde.

Haben Sie schon eine Heizkostenabrechnung erhalten oder eine aus der vorherigen Periode eingesehen? Wenn Sie die Heizkostenabrechnung erhalten, können Sie ja sofort Widerspruch einlegen und begründen, wenn Sie diese für fehlerhaft halten und so eine Nachzahlung ersmal vermeiden, bis die Sachlage geklärt ist.
Ich hoffe, ich habe mich verständlich ausgedrückt.
Grüße, Fester

Higgens   geschrieben: 08.07.2013, 17:42   
Vielen Dank für die praxisnahen Ausführungen. Habe inzwischen Einspruch eingelegt und eine auf 30% der Gesamtkosten minimierte Abrechnung (Zähler der Heizleiste) bekommen. Allerdings mit der Auflage, dass die Heizleiste gedämmt wird und dann auch der Zähler daran entfällt. Allerdings wirft die HK-Abrechnung immer weitere Fragezeichen auf. Da wird für jeden Heizkörper (auch die Heizleiste!) der selbe Wärmewert veranschlagt (ob klein im WC oder groß im Wohnzimmer!) und der Faktor der Umrechnung ist bei allen 1. Die Frage die sich mir u.a. stellt, wieso wurden die Werte der Heizleiste auf 30% des Gesamtverbrauchs reduziert aufgrund welcher Vorgabe? Warum nicht auf 20%? Ein Bekannter der selber in einer Hausverwaltung arbeitet gab mir nun den Rat, rechtlich gegen die HK-Abrechnung vorzugehen, da aus seiner Sicht die Wärmeabgabe der Heizleiste schon in der 50/50 Teilung enthalten sei und weil durch die gleiche Einteilung der Wärmemenge der Heizkörper bei gleichem Faktor keine korrekte Abrechnung der verbrauchten Wärmemenge zustande gekommen sei. Des Weiteren meinte er, dass nach Dämmung der Heizleiste die Abrechnung der Heizkosten nicht mehr auf Grundlage der 50/50 sondern 30/70 Regelung erfolgen muss. Für mich sind es schon nachvollziehbare Punkte, weiß nur nicht, ob man sich damit gegen eine Hausverwaltung anlegen sollte. Recht haben und bekommen sind immer noch zweierlei Dinge. Werde jetzt erstmal einen Heizungsfachmann ordern, der mir die Wärmemengenabgabe der einzelnen Heizkörper nennen/errechnen soll. Dann hat man erstmal wieder was gegen die Verwaltung in der Hand. Falls noch jemand Tipps zu dem Thema hat, immer her damit! Gruß
Higgens

Higgens   geschrieben: 08.07.2013, 17:49   
Vielen Dank für die praxisnahen Ausführungen. Habe inzwischen Einspruch eingelegt und eine auf 30% der Gesamtkosten minimierte Abrechnung (Zähler der Heizleiste) bekommen. Allerdings mit der Auflage, dass die Heizleiste gedämmt wird und dann auch der Zähler daran entfällt. Allerdings wirft die HK-Abrechnung immer weitere Fragezeichen auf. Da wird für jeden Heizkörper (auch die Heizleiste!) der selbe Wärmewert veranschlagt (ob klein im WC oder groß im Wohnzimmer!) und der Faktor der Umrechnung ist bei allen 1. Die Frage die sich mir u.a. stellt, wieso wurden die Werte der Heizleiste auf 30% des Gesamtverbrauchs reduziert aufgrund welcher Vorgabe? Warum nicht auf 20%? Ein Bekannter der selber in einer Hausverwaltung arbeitet gab mir nun den Rat, rechtlich gegen die HK-Abrechnung vorzugehen, da aus seiner Sicht die Wärmeabgabe der Heizleiste schon in der 50/50 Teilung enthalten sei und weil durch die gleiche Einteilung der Wärmemenge der Heizkörper bei gleichem Faktor keine korrekte Abrechnung der verbrauchten Wärmemenge zustande gekommen sei. Des Weiteren meinte er, dass nach Dämmung der Heizleiste die Abrechnung der Heizkosten nicht mehr auf Grundlage der 50/50 sondern 30/70 Regelung erfolgen muss. Für mich sind es schon nachvollziehbare Punkte, weiß nur nicht, ob man sich damit gegen eine Hausverwaltung anlegen sollte. Recht haben und bekommen sind immer noch zweierlei Dinge. Werde jetzt erstmal einen Heizungsfachmann ordern, der mir die Wärmemengenabgabe der einzelnen Heizkörper nennen/errechnen soll. Dann hat man erstmal wieder was gegen die Verwaltung in der Hand. Falls noch jemand Tipps zu dem Thema hat, immer her damit! Gruß
Higgens

Fester   geschrieben: 25.07.2013, 12:57   
Ihre Abrechnung erscheint mir sehr seltsam. Fest steht, entweder wird mit Heizkostenverteilern an allen Heizkörpern der Verbrauch erfasst oder nur an der Heizleiste, dann haben die Heizkörper aber keine Heizkostenverteiler. Wenn eine Ringleitung in einer Wohnung isoliert wird, müssen zwangsläufig in den anderen Wohnungen ebenfalls die Ringleitungen isoliert werden, andernfalls sind die Verbrauchsergebnisse nicht korrekt abzurechnen. Bei einer Ringleitung läuft ständig Wasser (heißes) durch alle Rohre im Haus, egal ob die Heizkörper aufgedreht oder zugedreht sind. Wird nun ein Heizkörper aufgedreht, läuft ein Teil des heißen Wassers durch den Heizkörper, der andere läuft in der Ringleitung weiter und nach dem Heizkörper kommen beide Wasserströme wieder zusammen und so geht es weiter von Heizkörper zu Heizkörper. Mit dem Grundpreis von 50% nach qm wird der Heizverbrauch, der durch die Ringleitungen ständig läuft, u.a. abgegolten. Wenn nun vor dem Heizkörper ein Zähler an der Ringleitung angebracht ist und am Heizkörper ein Heizkostenverteiler, wird ja doppelt gezählt.
Es gibt für jeden Heizkörper ein Grunddatenblatt, in welchem steht, welche Heizleistung der Heizkörper hat. Dieses Grunddatenblatt könnten Sie über Ihren Vermieter und dieser wiederum bei der Hausverwaltung zur Einsicht anfordern.
Heizköprer unterschiedlicher Größe und gleicher haben immer unterschiedliche Umrechnungsfaktoren. Diese Faktoren können Sie aber erst aus der Heizkostenabrechnung ersehen. Haben Sie denn eine solche vorliegen?
Hoffe, diese Aussagen sind Ihnen hilfreich,
Grüße, Fester

Fester   geschrieben: 25.07.2013, 13:05   
Möchte noch nachtragen:
Bei Ihnen die Abrechnung 50/50 auf 30/70 umzustellen ist Unfug und für Sie nachteilig. Eine Änderung des Schlüssels kann immer nur erfolgen, wenn diese in allen Wohnungen vorgenommen wird. Außerdem ist eine Änderung von anderen Faktoren abhängig auf gesetzlicher Grundlage. Haben Sie den überdurchschnittlich hohe Heizkosten, wie hoch (ohne Warmwasser) und vieviele qm hat Ihre Wohnung?
Grüße, Fester

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