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Thema: Exorbitante Kosten n. Erstbezug / Hydraul. Abgleich
Forum Heizkosten, Heizkostenabrechnung

Moderation: now, Heizer, Nicelink
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Foren-Übersicht »  Heizkosten, Heizkostenabrechnung » 
VerfasserThema: Exorbitante Kosten n. Erstbezug / Hydraul. Abgleich Druckerfreundliche Version
Ichwillswissen
wenige Beiträge


  geschrieben: 11.02.2010, 11:17   
Hallo, ihr lieben Experten und Interessierte!

Ich bräuchte nochmal eure Hilfe. Ich führe seit Wochen eine intensive Recherche durch, um Herauszufinden, woher meine exorbitanten HK nach Erstbezug eines sanierten Altbaus kommen, und dies bei mittlerweile bestätigter mangelnder Beheizung in zwei der drei Räume (18° Raumtemperatur in 1m Höhe in Raummitte etc. bei höchster Thermostateinstellung, rund um die Uhr, bei Außentemperaturen < -5°). Ich habe bisher eine Abrechnung für 2008 erhalten, Einzug Mitte Oktober, für die 2 1/2 Mon. über 500,00 EUR HKosten verpulvert (etwas über 70qm Wohnfläche), und das, obwohl die Wohnung nicht besonders warm war - ich habe sie zum Jahresende hin erst richtig bewohnt.
Die Summe war also in diesem Kontext sehr erstaunlich und lässt für mich Schlimmes für die weiteren HK-Abrechnung erahnen. Ich bräuchte also Argumentationshilfen, um bei der Hausverwaltung gegen die hohen HK auf verschiedenen Ebenen vorzugehen.
- Auffällig war seit Einzug das wechselweise Pfeifen der Thermostatventile an allen HK, im mittlerem Einstellungsbereich (2-4). Jetzt war ein Techniker da und hat mit einem Schlüssel direkt an den Ventilen eingestellt - hat mir auch gezeigt, wie ich najustieren kann. Das scheint das Pfeif-Problem zu mindern. Aber: meine Sorge ist, dass die ganze Heizanlage dennoch unwirtschaftlich betrieben wird (zu hoher Druck, zu hohe Vorlauftemperatur), und dass dadurch höhere Kosten entstehen. Das Pfeifen also nur als Symptom eines viel größeren Problems. Liege ich da richtig? Kann ich einen weiteren Einsatz von Technikern für eine hydraulischen Abgleich im Bereich der Pumpe fordern? Die Wohnung liegt isoliert in Endposition eine großen Gebäudes unter dem Dach; Besonderheit in dem Gebäudeflügel ist auch der hohe Leerstandanteil im Winter (50% der Wohnungen), weil diese als Ferienwohnungen dienen. Zwei der unmittelbar angrenzenden Wohnungen stehen auf diese Art leer.
Mir ist klar, dass in dieser Konstellation generell höhere Kosten anfallen (werde auch eine Änderung des Verteilerschlüssels deswegen einfordern), und dass die Lage unter dem Dach eine weiterer Lagennachteil ist.
Meinem Gefühl nach leidet aber die HK-Verteilergerechtigkeit auch durch die technische Ebene, da bin ich für alle Argumente dankbar.
- Jetzt stellte sich an den kalten Tagen heraus, dass die Ausstattung an sich der HK angesichts dieser Verhältnisse viel zu bescheiden ist (unterdimensionierte HK) - ein Austausch von HK steht an. Das bedeutet für mich aber dann mit den größeren HK noch höhere zukünftige Kosten...umso wichtiger erscheint mir da noch, eine Verteilergerechtigkeit herbeizuführen. Für die Vergangenheit ist mir wohl die Möglichkeit der Mietminderung entgangen, oder? Weil ich den Mangel "zu kleine Heizkörper" ja erst durch die ganz kalten Tage überhaupt entdeckt und angezeigt habe. Kann mir dazu jemand was sagen?
- Kann ich von der Hausverwaltung verlangen, dass sie mir die gesamte Kostenverteilung im Gebäude offenlegen, damit ich sehen kann, ob ich tatsächlich so ungerecht mit Kosten belastet werde, wie es sich für mich "anfühlt"? Weiß jemand was dazu?
- Ich konnte bisher nur eine Bewohnerin zu ihren Heizkosten erfahren, sie wohnt in einem Duplex UG / EG. Sie meinte, dass sie durch die im UG verlaufenden Rohre ja gut mitversorgt werden, mit Wärme. Auch das hat mich auf den Plan gerufen in Sachen Gerechtigkeit - wie kann ich das in meine Reklamation integrieren - es gibt doch da neue Aspekte in der HK-Verordnung...

Für Kommentare von euch Experten bin ich wirklich dankbar, viele Grüße!



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Nicelink
viele Beiträge


  geschrieben: 17.02.2010, 21:00   
Ihre Fragen kann man zwar beantworten, in wie weit diese jedoch Ihre Intensionen unterstützen ist allerdings nicht zu beaurteilen. Es gibt einige Grundsätze die ich Ihnen aufzeigen möchte. Diese sollten Ihnen auch bei der weiteren Einschätzung und Vorgehensweise helfen. Der erste Grundsatz: Eine HeizkostenabrechnungHeizkostenabrechnung
Eine Heizkostenabrechnung erhalten Mieter bzw. Wohnungseigentümer auf der Grundlage der Heizkostenverordnung, wenn die Wohnanlage mit einer zentralen Heizungsanlage ausgestattet ist. Nach der Heizkostenverordnung ist der Vermieter bzw. Betreiber der Heizanlage verpflichtet, dem Mieter bzw. Eigentümer spätestens ein Jahr nach dem Ende der Abrechnungsperiode eine nachvollziehbare Abrechnung der umlagefähigen Betriebskosten vorzulegen.
, unterstellen wir die Messgräte funktionieren, zeigt mögliche Mängel einer Heizanlage auf. Sie ist deshalb aber nicht falsch! Bedeutet für Sie, nutzen Sie die Ergebnisse Ihrer Abrechnung zur Argumentation. Zweiter Grundsatz: HeizkostenverteilerHeizkostenverteiler
Heizkostenverteiler, elektronischAls Heizkostenverteiler bezeichnet man am Heizkörper angebrachte Geräte zur Ermittlung des anteiligen Verbrauches und damit zur Verteilung der gesamten Heizkosten in Mehrfamilienhäusern im Rahmen der Heizkostenabrechnung. Man unterscheidet Heizkostenverteiler nach dem Verdunstungsprinzip und elektronische Heizkostenverteiler (EHKV). Beide Arten zeigen nicht die verbrauchte Wärmemenge im physikalischen Sinne an, sondern lediglich einen Zählwert, der sich aus der Temperatur am Anbringungsort und der Dauer der Wärmeabnahme ergibt. Diese Zahlen werden zu den anderen erfassten Zählwerten im Objekt ins Verhältnis gesetzt, woraus sich die anteiligen Verbräuche und damit die Kosten ergeben.
oder Wärmezähler stehen in keinem direktem Zusammenhang mit der Funktionsweise einer Heizanlage. Wenn Ihre Ventile Geräusche machen, z.B. wegen zu hohem Pumpendruck lässt dieses auch Schlüsse über den ev. mangelnden hydraulische Abgleich zu ändert aber nichts an der Richtigkeit einer Abrechnung. Dritter Grundsatz: Mängel, jeglicher Art, sind vom Mieter anzuzeigen, am besten schriftlich mit Nennung einer angemessenen Frist zu deren Beseitigung. Erfolgt diese nicht besteht die Möglichkeit einer Mietminderung durch Reduzierung der Kaltmiete. Vierter Grundsatz: Der Vermieter hat für eine Grundbeheizung auch von leerstehenden oder nicht genutzten Nachbarräumen zu sorgen. Erfolgt dieses nicht enstehen Mehrkosten bei den umliegenden Wohnungen. Man spricht hierbei von s.g. Wärmeklau. Fünfter Grundsatz: Lage oder Beschaffenheit einer Wohnung sind vor Einzug bekannt. Seit 2008 sind auch EnergieausweiseEnergieausweis
EnergieausweisDie Ausstellung und Verwendung von Energieausweisen ist in §16 der Energieeinsparverordnung geregelt. Danach hat der Eigentümer von Gebäuden sicherzustellen, dass aus Anlass der Errichtung und unter bestimmten Voraussetzungen bei der Modernisierung ein Energieausweis ausgestellt wird. Wird ein Gebäude oder Wohneigentum verkauft, vermietet oder verpachtet, ist dem Interessenten ebenfalls ein Energieausweis vorzulegen. Für öffentliche Gebäude mit mehr als 1000 Quadratmetern Nutzfläche sind Energieausweise auszustellen und öffentlich auszuhängen. Energieausweise sind entweder nach dem berechneten Bedarf (Bedarfsausweis) oder dem erfassten Verbrauch (Verbrauchsausweis) auszustellen.
vorgeschrieben, welche einen Anhaltspunkt zum Energieverbrauch geben. Achtung, hier werden nur das GebäudeGebäude
Gebäude im Sinne der Energieeinsparverordnung sind bauliche Objekte mit mindestens einem eigenen Aufgang und einer Begrenzung des Volumens durch die wärmübertragende Umfassungsfläche.
und nicht eine einzelne Wohnung betrachtet. Sechster Grundsatz: Bestehen Mängel in der Wohnung, welche erst später oder durch bestimmte Umstände sichtbar werden muss der Vermieter diese beseitigen. Vorsicht in diesen Fällen mit Schuldzuweisungen. Nicht selten sind Mängel auch dem Vermieter nicht bekannt und können daher, insofern diese nicht in die Sorgfaltspflicht des Vermieters fallen, keine Schadensersatzforderungen nachsichziehen. Noch ein Heiz-tipp, das Forum Heizung bietet hier noch mehr fachliche Auskünfte zum Thema Heizung.

_________________
...besser gut beraten
->zur persönlichen Beratung per eMail
[ Der Beitrag wurde bearbeitet von Nicelink am 17.02.2010, 21:03 ]


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Ichwillswissen
wenige Beiträge


  geschrieben: 18.02.2010, 09:44   
Hallo, Nicelink!
Ganz herzlichen Dank für die Ausführungen, die mir prima weitergeholfen haben. Vor allem das Stichwort "Wärmeklau" ist interessant für mich, weil ich per Google auch noch weitere Infos zu dem Problemkreis gefunden habe.
Also, nochmals ein fettes Dankeschön,
GGLG Ichwillswissen


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