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Mogelpackung Niedrigenergiehaus?

News+Tipps-Thema: Wärmedämmung

Häufig ist zu lesen, mit Einführung der Energieeinsparverord­nung (EnEV) sei das Niedrigenergiehaus zum Neubaustandard geworden. In der Praxis bestätigt sich diese Aussage nicht. So mancher Bauherr, der sich auf die gesetzlichen Vorgaben ver­lassen hat, reibt sich angesichts seiner Heizkostenrechnung verwundert die Augen: Von geringem Energieverbrauch kann keine Rede sein. Darauf macht die Gütegemeinschaft Niedrig­energie-Häuser e. V., Biberach, aufmerksam.


Der Begriff Niedrigenergiehaus ist weder geschützt noch durch eine Norm definiert. Dennoch waren sich bereits in den Neunzi­gerjahren Fachwelt und Gesetzgeber weitgehend darüber einig, was ein Niedrigenergiehaus ausmacht. Ein bis heute anerkann­ter Kennwert beispielsweise besagt, dass der Jahresheizwär­me­bedarf eines Einfamilienhauses unter 70 Kilowattstunden pro Quadratmeter Wohnfläche und Jahr liegen muss. „Mit einer den EnEV-Vorgaben gerade noch genügenden Bauweise wird man dieses Ziel kaum erreichen", stellt der Vorsitzende der Gütege­meinschaft, Joachim Zeller, fest. Im ungünstigsten Fall erfüllt ein EnEV-konformer Neubau noch nicht einmal den Mindest­standard der alten Wärmeschutzverordnung. Das hatten Exper­ten schon vor Einführung des Regelwerks kritisch angemerkt. Die Politik aber behauptete erfolgreich das Gegenteil.

Bauwillige, die nicht nur den Wortlaut des Gesetzes erfüllen, sondern tatsächlich energiesparend bauen möchten, sollten sich Angebote daher ganz genau ansehen. Einfach ist das allerdings nicht. Weil es verschiedene Berechnungsansätze für die energetische Qualität eines Hauses gibt, lassen sich die Kennwerte oft nicht direkt vergleichen. Auf Nummer sicher geht, wer sich ein Haus mit RAL-Gütezeichen Niedrigenergie-Bau­weise (RAL-GZ 965) für Planung und Ausführung zusichern lässt. Klar definierte Anforderungen an den baulichen Wärme­schutz, das Vermeiden von Wärmebrücken sowie an die Haustechnik sorgen dafür, dass man ein „echtes" Niedrigener­giehaus erhält. Beispielsweise liegt der mittlere U-Wert, also der Wärmeverlust über die Gebäudehülle, um mindestens 30 Prozent niedriger als von der Energieeinsparverordnung verlangt. Der Jahresheizwärmebedarf wird nicht ausdrücklich angegeben.Besitzer einer RAL-Immobilie können sich auf deren niedrigen Energiebedarf uneingeschränkt verlassen", betont der Vor­sitzende der für die Vergabe des Gütezeichens verantwortli­chen Gütegemeinschaft. Ein RAL-geprüftes Niedrigenergiehaus erfülle nicht nur sämtliche Anforderungen, die schon die Pionie­re des Niedrigenergiegedankens an ein Gebäude stellten. Darüber hinaus unterziehe man die Bauausführung einer stren­gen Qualitätskontrolle. Weitere Informationen zum Gütezeichen Niedrigenergie-Bauweise, seinen baulichen und technischen Anforderungen sowie zum gesamten Prüfverfahren gibt es im Internet unter www.guetezeichen-neh.de. Dort finden interessierte Bauherren auch die Adressen der bei der Gütegemeinschaft akkreditierten Sachverständigen, die gern weiterhelfen.



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Datum der letzten Änderung: 05.10.2006 | © by f.nowotka
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